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Ölnachfrage schwächer als bisher eingestuft – Versorgungslage ist komfortabel

Nachdem die letzten Tage die Versorgungslage im Fokus stand, rücken nun die Nachfragewerte immer weiter in den Vordergrund, und diese wird zunehmend schwächer als bisher eingestuft. Gleichzeitig sind die Rohölbestände in den USA in der letzten Woche erneut gestiegen. Damit haben die USA nun so viel Rohöl eingelagert, wie seit Juli 2017 nicht mehr.

Handelsstreit hat Einfluss auf die Ölnachfrage

Weiterhin nicht ohne Auswirkungen bleibt der Handelsstreit zwischen China und den USA, der sich schier endlos in die Länge zu ziehen scheint. Schon seit Monaten spricht man von einem bevorstehendem Deal, der dann im Endeffekt doch nicht zustande kommt. Nicht zuletzt dadurch wird das globale Wirtschaftswachstum weiter geschwächt – vor allem aber löste der Handelsstreit eine schneller als erwartete Abschwächung der Ölnachfrage in China aus. Analysten gehen aber auch in Europa und den USA von einer schwachen Nachfrageentwicklung aus.

Durch die Bank weg sehen alle Analysten u.a. der Internationalen Energieagentur IEA, des Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Morgan Stanley oder der JP Morgan Chase zwar aktuell noch steigendes Nachfragewachstum, langfristig sind sich aber alle einig, dass der Welthandel ausgebremst wurde und es erst einmal nicht zu erwarten sei, dass sich das in absehbarer Zeit änder. Das hat natürlich gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Ölnachfrage.

Kurzfristig angespannte, langfristig komfortable Marktlage

Dennoch bleibt die aktuelle Lage am Markt angespannt, wobei das US Energieministerium von einer deutlichen Überversorgung ab Oktober und November ausgeht. Im Auge behalten muss man hier auch die Lage in Libyen: seit geraumer Zeit kämpfen Regierungstruppen und die Armee von General Chalifa Haftar um die Hauptstadt Tripolis, was die Ölförderung auf eine Geduldsprobe stellt. Laut „Wintershall Dea“ kann man die Produktion aktuell nur mit großer Anstrengung aufrecht erhalten. Sollte die Lage eskalieren, könnte sich die Marktlage nachhaltig negativ verändern.

Ausblick

Trotz Produktionskürzungen der OPEC geht man auch in Zukunft von einer guten Versorgungslage aus. Abzuwarten bleibt, wie sich der Streit zwischen den USA und China weiter entwickelt, und welchen Einfluss das Ergebnis auf die Marktsituation haben wird. Schon jetzt ist zu sagen, dass es dem Weltwirtschaftswachstum zugesetzt hat.