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Ölpreise verharren auf hohem Niveau

ICE Gasoil April Settlement lag am Vortag um 17:30 Uhr bei 625,75 Dollar. Das waren +7,75 Dollar gegen Schluss Vortag. Die Umsätze lagen mit rund 45.100 Kontrakten beim Frontmonat unter Durchschnittsniveau. Mit dem Angriff der LNA auf die libysche Hauptstadt Tripolis und der Verschärfung der US Sanktionen gegen Venezuela war die fundamentale Ausgangslage an den Ölbörsen auch am Montagmorgen weiterhin bullish. Während die Charttechnik ohne Impulse neutral blieb und in den Hintergrund gedrängt wurde, begünstigte die Konstellation Preissteigerungen. Nach den Preissprüngen der letzten Woche waren die Aufwärtsspielräume allerdings gering, denn die oberen Bollinger Bänder waren bereits erreicht. Brent und WTI konsolidierten entsprechend lange knapp unterhalb der ersten Widerstandslinie und schienen diese nicht durchbrechen zu können. Letztlich überwog am Nachmittag dann allerdings der Kaufdruck, sodass die Notierungen ihren ersten Widerstand knackten und weiter anzogen. Im
Vergleich zu den Rohölnotierungen zeigten sich die Produkte etwas volatiler, setzten die feste Tendenz aber ebenso fort.

Streik: Shell Raffinerie mit reduzierter Kapazität

Die Shell Raffinerie im niederländischen Pernis, Niederlande, mit einer Kapazität von rund 404.000 B/T, wird ihre Verarbeitung bis mindestens Mittwoch reduzieren müssen.
Arbeitnehmer haben gestern mit einem Streik begonnen, in dessen Zuge der Durchsatz der Anlage reduziert wird. Eine Sprecherin der Shell bestätigte, dass die Maßnahmen der Gewerkschaft einen Einfluss auf die Produktion haben werde, wenngleich noch nicht klar sei, wie groß der Ausfall sein wird.

Russland deutet Ende der Produktionskürzungen im Sommer an

Der Vorsitzende des staatlichen „Russian Direct Investment Fund“, Kirill Dmitriev, hat durchblicken lassen, dass es gut möglich sei, dass sich die Marktsituation soweit verbessere und die hohen Bestände fallen, dass die OPEC+ Gruppe im Juni entscheiden könnte, dass die Produktionskürzungen eingestellt und die Förderung wieder sukzessiv gesteigert werde. Eine solche Entscheidung sehe er allerdings nicht als das Ende der Zusammenarbeit zwischen OPEC und Nicht-OPEC Ländern, sondern vielmehr als eine Bestätigung der beteiligten Länder, dass es wichtig sei die koordinierten Bemühungen nicht nur bei Kürzungen, sondern auch bei Produktionssteigerungen fortzusetzen, wenn sich die Marktbedingungen verbessert hätten.

Marktlage

Die globale Versorgungslage hat sich mit dem Beginn des zweiten Quartals weiter verknappt. Die Nachfrage zieht nun wieder an und soll laut EIA von März auf April alleine um etwa 0,59 Mio. B/T zunehmen. Zeitgleich bleibt die OPEC+ Gruppe aber bei ihren Produktionskürzungen, wobei Saudi-Arabien bei einer Quote von 10,3 Mio. B/T aktuell nur etwa 9,8 Mio. B/T fördert. Im April will Saudi-Arabien an der Förderung auch noch nicht rütteln und diese weiter deutlich unter dem eigentlich vereinbarten Niveau halten. Die Exporte sollen dabei weiter nicht über 7 Mio. B/T steigen, so der Ölminister Khalid al-Falih im letzten Monat. Länder wie Russland oder auch Kasachstan erreichen dabei erst jetzt ihre vereinbarte Produktionskürzungen, sodass das Angebot aus der OPEC+ Gruppe im April vermutlich nicht weiter zunehmen dürfte. Die USA hingegen verschärft ihre Sanktionen gegen Venezuela und dem Iran, sodass die Versorgung aus diesen Ländern ebenfalls nicht zunimmt. Und in dieser Zeit nehmen die Unruhen in Libyen wieder zu, das Land, das eigentlich die größten Ölreserven Afrikas haben soll. Die Produktion ist momentan zwar nicht gefährdet, doch sollte sich der Angriff der Libyan National Army (LNA) auf die Hauptstadt Tripolis auch auf die Randgebiete ausweiten, könnte der Betrieb des Ölhafens Zawiya gestört werden. Dieser ist essenziell für die Förderung am größten libyschen Ölfeld Sharara, das eine Kapazität von über 300.000 B/T hat. Auch wenn die Ölanlagen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, so könnte mit der Machtübernahme durch General Haftar und seiner LNA ein Problem erwachsen. Die libysche National Oil Corporation (NOC) ist die einzige Institution, die Rohölexporte abwickeln darf und untersteht der international anerkannten Regierung, gegen die Haftar momentan vorgeht. In der Vergangenheit scheiterte Haftar mit dem Versuch die Exporte selbst abzuwickeln, da es Reedereien und Handelsfirmen untersagt Käufe ohne die NOC abzuwickeln.

Für die Region 76829 Landau rechnen wir heute mit nur leichten Preisveränderungen zum Schluß des Vortages.