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Preise nach Angriff auf Öltanker fest – Ölfragewachstum beibt enttäuschend

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Tagesausblick für Freitag den 14.06.2019

 

Die US Ölbestandsdaten des DOE hatten am Mittwoch gezeigt, dass der antizyklische Trend der Bestandsaufbauten weiter fortgesetzt wurde und die Rohölbestände bereits auf ein 2-Jahreshoch geklettert sind. Insbesondere mit Blick auf die Anstrengungen der OPEC+ Gruppe, die mit den Produktionskürzungen die Bestände versucht zu reduzieren, und mit die Sanktionen gegen Venezuela und Iran ist die Bestandsentwicklung für die meisten Experten überraschend.

Der EIA Monatsreport von Dienstagabend fiel bearishe aus und wurde vom OPEC Monatsreport in seiner Tendenz gestern bestätigt. Das Kartell hat die Prognose zum Ölnachfragewachstum 2019 erneut nach unten, auf nun 1,14 Mio. B/T, korrigiert. Im Januar 2019 hatte man noch mit einem Wachstum von 1,29 Mio. B/T gerechnet. Das Wachstum der Ölproduktion von Nicht-OPEC Ländern 2019 wird hingegen bei +2,14 Mio. B/T gesehen, sodass sich die generelle Versorgungslage 2019 verbessert hat und die Abhängigkeit von der OPEC sinkt.

Das Kartell warnt vor allem von den negativen Folgen des schwachen globalen Wirtschaftswachstums in Verbindung mit den Handelsstreitigkeiten der USA mit China. Dies werde die Nachfrage weiterhin spürbar belasten. Für 2020 hatte das Kartell zwar noch keine Zahlen veröffentlicht, jedoch vermuten Experten, dass es im kommenden Jahr wieder zu einer Überversorgung kommen wird und der Bedarf an Öl von den OPEC Ländern weiter abnimmt. Bei den Monatsreports wartet man heute noch auf den Bericht der IEA, der den Abschluss bilden wird und erstmals auch Daten zu 2020 beinhalten wird.

Die Nachfrageseite bleibt damit weiter deutlich belastend für die Ölpreise, wurde nun aber durch geopolitische Risikofaktoren ausgekontert. Gestern gab es in der Straße von Hormuz erneut Angriffe auf zwei Öltanker. Die USA hat den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht und ein Video veröffentlicht, das zeigen soll, wie ein iranisches Patroullienboot eine nicht explodierte Haftmine von einem der angegriffenen Tanker entfernt.

Die Spannungen in der Region steigen mit diesen Angriffen und die Kosten für den Transport dürften durch Risikoprämien bei Versicherungen und ähnlichen steigen. Für die Versorgungslage ist dies allerdings erst einmal irrelevant. Schwerwiegender wäre die Eskalation hin zu einem offenen militärischen Konflikt zwischen dem Iran und der USA. Es bleibt abzuwarten, wie Washington auf den neuerlichen Zwischenfall reagieren wird. Denkbar ist, dass die US Marine Öltanker künftig bei der Durchfahrt der Meeresenge begleiten wird, um weitere Angriffe zu verhindern.

Bisher halten Experten einen Konflikt aber noch immer für nicht wahrscheinlich, da Trump diese bisher stets scheut und der Iran auf der anderen Seite in einer militärischen Konfrontation unterlegen wäre. Ohne eine weitere Eskalationsstufe dürften die Zwischenfälle für sich gesehen nicht ausreichen, um die Ölpreise dauerhaft steigen zu lassen, so Analyst Komal Sri-Kumar, von Sri-Kumar Global Strategies. Er begründet dies mit der extrem schwachen Ölnachfrage, die sich in den abnehmenden Importen der größten Ölimporteure Indien, China und Japan manifestiere.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung wird nun sein, ob sich die Spannungen im Nahen Osten zuspitzen, oder eine Lösung gefunden werden kann. Auch die libysche Ölförderung darf nicht vergessen werden, die durch den Bürgerkrieg zweier konkurrierender Regierungen auf dem Spiel steht. Auf der anderen Seite bleibt die schwache Ölnachfrageentwicklung, die in 2019 bisher enttäuschte und mit den schlechten Konjunkturdaten vermutlich auch weiter schwach bleiben wird. Hier wird mit Spannung der IEA Monatsreport am späten Vormittag erwartet.

Die Ölpreise an ICE und NYMEX zogen in den Morgenstunden an und sorgen somit auch bei den rechnerischen Inlandspreisen für das ein oder andere Aufwärtspotenzial. Rechnerisch deuten sich allerdings nur geringe Veränderungen an, wobei diese zudem auch noch regional unterschiedlich ausfallen dürften.

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