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Starkes Auf und Ab nach Meldungen aus dem Nahen Osten und China

Nach der Seitwärtsbewegung der vergangenen Woche sorgte gestern die Meldung, dass im Persischen Golf zwei saudische Tanker angegriffen wurden, zunächst für Preisanstiege. Da es jedoch nicht zu weiteren Kampfhandlungen kam und die Lage ruhig blieb, verursachten dann am späteren Nachmittag Nachrichten aus China einen ordentlichen Absturz der Rohölpreise, denn die Volksrepublik will ab Juni ihrerseits Strafzölle auf amerikanische Güter erheben. Die Ölpreise rutschten bis zum Abend auf neue Tagestiefs und schlossen mit klaren Verlusten.

Sabotageakte an Schiffen im Persischen Golf

Die Lage im Nahen Osten bleibt durch die Sanktionen der USA gegen den Iran und dessen Drohung, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen, angespannt. Gestern spitzte sich die Situation nochmals zu, als Saudi-Arabien mitteilte, dass es Sabotageakte gegen Tanker und Handelsschiffe vor der Golfküste der Vereinigten Arabischen Emirate gegeben habe und man den Iran dahinter vermute. Die Iranische Regierung distanzierte sich jedoch von den Angriffen und bezeichnete sie als „alarmierend“.

Sowohl Saudi-Arabien als auch die Vereinigten Arabischen Emirate gelten im Konflikt mit Iran als Verbündete der USA. Die amerikanische Regierung plant nun angeblich, 120.000 Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden, sollte der Iran amerikanische Streitkräfte angreifen oder sein Atomprogramm wieder aufnehmen. Das verbale Aufrüsten geht also weiter.

Die Marktteilnehmer reagierten gestern zunächst besorgt, da man weitere Kampfhandlungen befürchtete. Sollte die Lage im Nahen Osten weiter eskalieren, würde dies die Ölpreise massiv belasten. Schon jetzt sind die Preise durch die fehlenden Mengen wegen der US Sanktionen unter Druck geraten. Da weitere militärische Zusammenstöße jedoch ausblieben, war auch dem gestrigen Preisanstieg am späten Nachmittag ein Ende gesetzt.

China reagiert mit eigenen Strafzöllen im Handelsstreit

Statt dessen setzte sich dann eine andere Nachricht durch und sorgte für eine regelrechte Berg- und Talfahrt an den Ölbörsen. Im schwelenden Handelsstreit zwischen China und den USA hat Peking nun seinerseits Strafzölle auf amerikanische Waren erhoben, die am dem 1. Juni in Kraft treten sollen. Die Volksrepublik reagiert damit auf die  neuen Sanktionen, die die US Regierung am vergangenen Freitag erhoben hatten.

Wie stark der Handelsstreit schon jetzt den Warenfluss beeinträchtigt, zeigt der Rückgang der chinesischen Ölimporte aus den USA. China hatte in den letzten sechs Monaten nur noch etwa 1,64 Millionen Barrel (à 159) aus den USA eingeführt. In den vorangegangenen sechs Monaten waren es noch 60,5 Millionen Barrel, was China zum größten Abnehmer von US Rohöl gemacht hatte.

Der Handelsstreit belastet die Preise an den Ölbörsen gehörig, denn er beeinträchtigt das weltweite Wirtschaftswachstum und damit auch die Nachfrage nach Rohöl. In den letzten Jahren war China mit seiner stetig wachsenden Wirtschaft einer der Hauptmotoren für das globale Ölnachfragewachstum gewesen. Die Meldung über neue Strafzölle sorgte somit gestern für einen massiven Preisrutsch.

Heizöl nach Kursrutsch heute günstiger

Die Berg- und Talfahrt an den Ölbörsen hat sich gestern auch auf die Heizölpreise im Inland ausgewirkt. Mit den günstigeren Rohölpreisen ist auch Heizöl heute ein gutes Stück günstiger. Für 100 Liter zahlen Verbraucher heute etwa -0,65 bis -0,85 Euro weniger als gestern.