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Zur aktuellen Marktlage

Marktlage

Seit Mitte März hatten die US Ölbestände kontinuierlich und um insgesamt um knapp 31,1 Mio. Barrel bzw. 7,1% zugelegt. Ein Hinweis auf eine noch immer gute Versorgungslage, vor allem in den USA, sodass die Ölpreise in den vergangenen zwei Wochen, seit Ende April, deutlich gesunken sind. Brent notiert aktuell -6,6% und WTI sogar -7,4% unter den bisherigen Jahreshochs. Doch die gestrigen Bestandsdaten konnten nun einen Richtungswechsel markieren. Die US Rohölbestände sind laut DOE um -4,0 Mio. Barrel gefallen. Auch die Vorräte an Benzin- und Destillaten haben abgenommen, während die Benzinnachfrage deutlich
zunahm. Die Ölförderung sank von ihrem Rekordniveau bei 12,3 auf nun 12,2 Mio. B/T, während sich auch die Gesamtbestände in den USA (Rohöl und alle Produkte) um -1,7 Mio. Barrel reduzierten.

 

Rohölbestände in den USA melden einen Abbau

Die gestrigen Zahlen des DOE sind damit bullish und zeigen, dass die Versorgungslage nicht mehr ganz so komfortabel scheint, wie in den letzten Wochen. Sicherlich ist dies nur ein Datenpunkt, der nicht überinterpretiert werden sollte. Doch wenn dies der Anfang eines Trendwechsels bei den US Beständen ist, wird dies die Ölpreise in den kommenden Wochen stützen.

Die Zahlen hätten einen bearishe Aspekt aus dem Markt genommen, der sich mit der Liquidation in den vergangenen Wochen aufgebaut hatte, so die Einschätzung des Analysten Jim Ritterbusch.

 

Wie geht es weiter

Im Fokus momentan sicherlich die Lage im Iran und die Spannungen zwischen USA und Teheran. Der Iran hatte gestern bekannt gegeben, dass er einige Aspekte des Atomabkommens zurückfahren werde. Laut des iranischen Präsidenten, Hassan Ruhani, führe dies noch nicht zu einer Verletzung des Abkommens, weitere Teile des Deals könnten aber in 60 Tagen ausgesetzt werden. Die USA hat als Reaktion die Sanktionen gegen den Iran ausgeweitet und in den letzten Tagen auch die Militärpräsenz im Persischen Golf verstärkt. Noch reagiert der Markt verhalten auf das Säbelrasseln, da beide Seiten kein Interesse an einer weiteren Eskalation der Lage haben. Das geopolitische Risiko hat mit der jüngsten Entwicklung allerdings zugenommen und begünstigt nicht unbedingt Gewinnmitnahmen an den Ölbörsen. Wie stark die iranischen Ölexporte sich auf die globale Versorgungslage auswirken werden, bleibt dabei noch abzuwarten. Saudi-Arabien wird den Ausfall aber anscheinend nicht ganz auffangen können. Zwar wird das Königreich seine
Produktion wohl steigern, der Ölminister Aserbaidschans allerdings hat offenbar die Versicherung erhalten, dass die Saudis keine einseitige Entscheidung bezüglich des Produktionsabkommens mit der OPEC+ Gruppe treffen und sich bis zur Entscheidung Ende Juni ihre Quoten einhalten werden. Die Ölexporte der Saudis sollten auch im Juni unter 7 Mio. B/T bleiben, da ein Großteil der Zusatzproduktion für den steigenden Eigenbedarf in den Sommermonaten benötigt wird, heißt es.

Das erneute Aufflammen des Handelsstreits zwischen USA und China hat die Sorgen über einen negativen Einfluss auf die globale Konjunktur und das Ölnachfragewachstum genährt. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hatte gestern allerdings gesagt, dass man aus China Anzeichen erhalten habe, dass die Regierung in Peking einen Deal schließen wolle. Der Besuch des Vize-Premierminister in den USA könnte eventuell den entscheidenden Durchbruch bringen, worauf mit einer bullishen Reaktion an den Ölbörsen zu rechnen ist.

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