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Chinesen reduzieren ihre Raffinerieauslastung – Kommt ein OPEC+ Meeting noch im Februar?

* Markt-News für Dienstag den 04. Februar 2020 *

 

Das Coronavirus hat mittlerweile einen spürbaren Einfluss auf den chinesischen Ölbedarf. Durch den Shutdown diverser Verkehrsmittel sinkt die Nachfrage nach Treibstoffen wie Kerosin und Benzin spürbar, sodass die Lagerbestände der Raffinerien steigen. Einige könnten schon bald an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, vermuten Experten.

Und tatsächlich reagieren die Raffineriebetreiber. Die unabhängigen Raffinerien, die etwa 20% der chinesischen Rohölimporte ausmachen, hatten ihre Auslastung bereits um 30-50% reduziert und sollen diese nun sogar um mehr als die Hälfte gekürzt haben. Die staatliche Sinopec, größter chinesischer Rohölimporteur und Raffineriebetreiber, hat die Auslastung nun um etwa 600.000 B/T reduziert, was einer Kürzung um 12% entspricht. Die Sinopec versucht auch mehrere Millionen Barrel an Rohöl aus Westafrika zu verkaufen, die nicht mehr benötigt werden.

Die Analysten bei Kpler gehen mittlerweile davon aus, dass die Rohölimporte Chinas auf 8 Mio. B/T zurückgehen werden, nachdem diese vor wenigen Wochen noch bei 11 Mio. B/T gelegen hätten. Die Differenz von 3 Mio. B/T stellt den Minderbedarf der Raffinerien dar, ist in dieser Größenordnung aber sicherlich kein Dauerzustand. Die Analysten von JBC Energy schätzen den chinesischen Nachfragerückgang im Februar und März eher auf 1 Mio. B/T. Bei Wood Mackenzie schätzt man den Rückgang der Nachfrage der Volksrepublik im ersten Quartal hingegen eher auf 0,25 Mio. B/T.

Experten hoffen, dass das Virus langsam in den Griff zu bekommen ist. Die Zahl der Infizierten könnte dann aber dennoch für etwa 2 Wochen weiter steigen, bevor sie abnimmt. Der größte Einfluss bei der Ölnachfrage ist am Spotmarkt, weshalb die Futures mit einer kurzen Laufzeit stärker unter Druck kamen als solche mit einer längeren Laufzeit. Damit ist der Markt von Backwardation in Contango gekippt, was für viele Trader ein bearishes Signal ist. Allerdings ist die Situation wenig stark ausgeprägt und bei länger laufenden Futures zeigt sich weiter eine leichte Backwardation Konstellation.

Die OPEC hat sich nun dazu entschlossen vor einem Sondermeeting erst das Joint Technical Committee (JTC) tagen zu lassen. An dem für heute und morgen angesetzten Treffen des JTC werden Vertreter aus Saudi-Arabien, Russland, Algerien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Nigeria und den Vereinigten Arabischen Emiraten teilnehmen. Informanten, die anonym bleiben wollten, ließen jedoch bereits durchsickern, dass 9 Szenarien diskutiert werden sollen, die die Auswirkungen des Coronavirus auf die Ölnachfrage und die Reaktion der OPEC darauf behandeln.

Offenbar soll man zumindest in Saudi-Arabien über 2 Varianten nachdenken. Eine Kürzung seitens der Produzentengruppe um weitere 0,5 Mio. B/T, oder eine eigene, temporäre Kürzung um 1 Mio. B/T. Eine gemeinsame Kürzung der Gruppe dürfte allerdings eine größere Wirkung haben, auch wenn der Einschnitt eventuell weniger drastisch wäre. Dafür wäre sie aber klarer definiert und dürfte wohl auch länger Bestand haben, als eine temporäre Kürzung von nur einem Mitglied.

Auf das JTC könnte dann ein Sondermeeting der OPEC+ Gruppe folgen. Der wahrscheinlichste Termin ist aktuell der 14.-15. Februar, also kommende Woche Freitag und Samstag. Der Iran, eines der Länder, die ein Sondermeeting bisher ablehnten, soll nun bereit sein, das ursprünglich für März angesetzte Treffen auf kommende Woche vorzuziehen.

Angesichts der Zahlen zu den chinesischen Rohölimporten dürften die Kürzungen der OPEC+ aber nicht ausreichen, um die aktuelle Marktlage auszubalancieren. Der Markt würde daher wohl auch mit einer Maßnahme des Kartells stark überversorgt sein, wenngleich natürlich weniger deutlich als mit zusätzlichen Kürzungen. Die Preise würden davon sicherlich gestützt, doch Analyst Bjarne Schieldrop, von SEB Markets, sieht den Markt noch nicht einmal in der Nähe einer Stabilisierung. Edward Moya, von Oanda, glaubt, dass eine Maßnahme der OPEC+ Gruppe wahrscheinlich zu einer Rallye führen wird, die dann aber wieder als Verkaufsmöglichkeit genutzt würde.

So lange der Coronavirus nicht unter Kontrolle ist, bleiben auch die Auswirkungen auf die Ölnachfrage sehr vage. Auch die Reaktion der OPEC+ Gemeinschaft bleibt noch abzuwarten und auch dann bleibt die Unsicherheit sehr groß. Langfristige Long-Positionen bleiben in dem aktuellen Marktumfeld daher weiter sehr unbeliebt, sodass eine schnelle Preiserholung nicht zu erwarten ist. Ebenso unklar ist allerdings auch, ob und wie stark die Ölpreise noch fallen können.

Mit der scheinbaren Entschlossenheit der OPEC+ Gruppe, die durch die Überlegungen der Saudis, im Notfall die eigene Produktion um 1 Mio. B/T zu kürzen demonstriert wird, können sich die Ölpreise an ICE und NYMEX in der Nacht allerdings wieder erholen und ziehen deutlich an. Damit bleiben die Futures aber noch immer unterhalb der Preisniveaus von gestern Vormittag und Mittag, sodass sich bei den Inlandspreisen rechnerisch weiterhin klare Abwärtspotenziale zeigen.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

JTC der OPEC+ Gruppe trifft sich
Saudi-Arabien bereit 1 Mio. B/T zu kürzen
WHO hält Handels- und Reisebeschränkungen nicht für nötig
Libyens Förderung auf 262.000 B/T gefallen
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
OPEC+ beschließt zusätzliche Produktionskürzung um 0,5 Mio. B/T
– Enttäuschende Konjunkturdaten aus China
– Shell: Force Majeure auf Bonny Light aufgehoben
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– Coronavirus: Unternehmen in China bleiben länger geschlossen
– WHO erklärt Coronavirus zu Gesundheitsnotfall von internationaler Tragweite
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran
– Kuwait bestätigt Restart des Wafra Ölfeldes im März

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute meist bewölkt bei 6° Grad Höchstteperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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