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Ölpreise trotz neuer Nachfragesorgen auf hohem Niveau

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Marktlage
Die Ölfutures bleiben auch in der zweiten Wochenhälfte auf hohem Niveau, nachdem zuletzt vor Allem drohende oder tatsächliche Angebotsausfälle für steigende Preise gesorgt hatten. Doch inzwischen kehren auch wieder die omikronbedingten Nachfragesorgen an den Ölmarkt zurück.

So scheint vor allem in Asien mit der Ausbreitung der hochansteckenden Virusvariante der Straßenverkehr rückläufig zu sein, so dass hier mit Auswirkungen auf die Benzin- und Dieselnachfrage zu rechnen ist. Und auch die DOE-Daten von gestern zeigen, dass der Benzinbedarf in den USA weiterhin rückläufig ist.

„Die Benzinnachfrage war schwächer als erwartet und liegt immer noch unter dem Niveau von vor der Pandemie. Und wenn sich dies zu einem Trend entwickelt, wird der Ölpreis nicht weiter steigen können“, kommentiert Edward Moya von Oanda. Er geht allerdings nicht davon aus, dass die Auswirkungen von Omikron sehr langanhaltend sein werden, so dass die Nachfragerückgänge nur ein temporäres Problem sein dürften.

Da die DOE-Daten aber auch einen starken Abbau bei Rohöl beinhalteten und die Vorräte des Landes damit auf den tiefsten Stand seit 2018 gesunken sind, bleibt das Zahlenwerk vorwiegend bullish und sorgte entsprechend gestern Abend für weitere Preisanstiege. Doch die Experten bei der Citi Bank geben zu bedenken: „In Wirkliclhkeit war der DOE Bericht weniger bullish als die Zahl in der Schlagzeile glauben macht, denn der Rückgang der Rohölvorräte um 4,8 Mio. Barrel wurde durch einen Bestandsaufbau bei den Produkten mehr als wett gemacht“.

Dennoch bleibt die Stimmung an den Ölbörsen aus Sicht Warren Pattersons von ING weiterhin konstruktiv. „Versorgungsunterbrechungen, die Ungewissheit über die OPEC-Reservekapazitäten und die nachlassende Besorgnis über Omikron haben die Preise begünstigt. Die DOE-Zahlen gaben weiteren Auftrieb“, so der Analyst.

Die Ölfutures an ICE und NYMEX geben im Lichte der neu aufflammenden Nachfragesorgen heute wieder etwas nach. Allerdings bleiben sie auch heute auf hohem Niveau nur knapp unterhalb der Mehrwochenhochs von gestern. Bei den Inlandspreisen wirkt vor allem der gestärkte Euro weiteren Preissteigerungen entgegen und so zeichnet sich aktuell gegenüber dem Vortag kaum noch Aufwärtspotenzial ab.