20788
post-template-default,single,single-post,postid-20788,single-format-standard,theme-eden,cookies-not-set,eden-core-1.0.4,woocommerce-no-js,eden-theme-ver-3.0.7,ajax_fade,page_not_loaded,show_loading_animation,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Förderkürzungen als Ausweg aus der Krise

.

Seit Corona die Welt zum Stillstand gebracht hat, ist auch der Ölpreis immer stärker unter Druck geraten. Für viele ölproduzierende Länder, deren wichtigeste Einnahmequelle Erdöl ist, wird diese Situation immer brenzliger. Die Lösung soll nun sein, die Produktion zu kürzen.

 

Welche Rolle spielt die OPEC in der Corona-Krise?

Erstmals in der Geschichte kam es dieses Jahr zu einer Zusammenarbeit zwischen der Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, und den USA. Man einigte sich, gemeinsam mit zahlreichen anderen Partnerstaaten, wie etwa Russland und Brasilien, auf gemeinsame Förderkürzungen in Höhe von 9,7 Millionen Barrel (à 159 Liter) täglich.

 

Diese Menge entspricht etwa 10 Prozent der weltweiten Produktion und verlangt von allen Beteiligten entsprechende Quoten. Eine solche Kooperation wäre noch Anfang des Jahres ausgeschlossen gewesen und zeigt, wie dramatisch die Situation für ausnahmslos alle großen Ölproduzenten ist. Nur deshalb ist eine solch koordinierte Aktion überhaupt möglich.

 

Warum Kürzungen?

Freiwillige Förderkürzungen sind für die OPEC das vielleicht wirksamste Instrument zur Preisstabilisierung und – regulierung. Man macht sich dabei einfach das Prinzip von Angebot und Nachfrage zu nutze: sinkt das Angebot, steigt die Nachfrage und die Preise gehen nach oben. Begrenzt man also die Ölproduktion – und verknappt damit das Angebot künstlich – kann man Einfluss auf den Ölpreis nehmen.

 

In der Vergangenheit hatte die OPEC damit oft Erfolg. Doch in den letzten Jahren haben immer mehr Länder, die nicht zur OPEC gehören, ihre Ölindustrie ausgebaut. Die USA sind durch ihr Schieferöl inzwischen die Nummer eins beim Öl fördern und konnten oft von den Kürzungen der OPEC profitieren.

 

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

In der jetzigen Situation gehen viele Experten davon aus, dass die Kürzungen von fast 10 Millionen Barrel, obwohl sie so hoch sind wie nie, immer noch nicht ausreichen werden, um das bestehende Überangebot auszugleichen. Auch sollen sie offiziell erst Anfang Mai beginnen. Bis dahin sprudelt das Öl weiter aus dem Boden.

 

Zwar hat Kuweit, der viertgrößte Ölproduzent der OPEC, gestern bekannt gegeben, sofort mit den Kürzungen beginnen zu wollen. Doch bisher ist der Golfstaat wohl das einzige Land, das in dieser Weise vorprescht. Ob die historischen Förderkürzungen also tatsächlich etwas ausrichten können gegen den coronabedingten Preisverfall, bleibt offen. Es könnte ein Tropfen auf den heißen Stein bleiben.