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Heftiger Preissprung nach Angriff auf saudische Ölanlagen

 * Oil-News für Montag den 16. September 2019 *

 

Hatte man sich in der letzten Woche noch auf das schwache Ölnachfragewachstum und die damit zusammenhängende Überversorgung im kommenden Jahr konzentriert, so wurden alle Gedankenspiele dieser Art am Wochenende mit einem Schlag vom Tisch gefegt. Der Anschlag auf die saudischen Ölanlagen dominiert das Marktgeschehen, da die saudische Ölförderung zunächst einmal um ca. 5,7 Mio. B/T eingebrochen sein soll.

Der Umfang des Produktionsausfalls ist größer als alle anderen Ausfälle, die in den letzten Jahren beobachtet worden sind. Die Reaktion an den Märkten ist entsprechend stark bullish, sodass es zur stärksten Kursbewegung innerhalb eines Tages kam, die jemals registriert wurde. Selbst Ereignisse wie beispielsweise der Irak Krieg hatten keine so starke Auswirkung auf die globalen Rohölpreise gehabt.

Der Brent Preis wurde mit einem Mal auf das höchste Niveau seit Mitte Mai katapultiert, kam in den Morgenstunden von den Hochs jedoch wieder leicht zurück. Die Rallye sei die erwartete, natürliche Panikreaktion der Märkte gewesen, so Analyst Michael Tran von RBC Capital. Was nun passiere, und ob die Preise die hohen Niveaus halten werden, hänge von der Dauer des Ausfalls, der Fähigkeit Saudi-Arabiens seinen Exportverpflichtungen unter Nutzung der Reserven nachzukommen, der Nachfrageelastizität sowie der Gegenreaktion auf die Attacke hab, so seine Einschätzung.

Bei ANZ Research sieht man bei Brent einen Test der 70 Dollar kommen. In der US Regierung hatte man zuletzt eine Lockerung der Sanktionen gegen den Iran in Erwägung gezogen, um neue Gespräche zwischen beiden Ländern zu ermöglichen, doch dies dürfte nun erst einmal wieder vom Tisch sein, so die Begründung.

Die USA machen den Iran verantwortlich für den Angriff auf die Ölanlagen, da dieser die Houthi Rebellen unterstützt. Zudem gibt es Zweifel daran, dass die Drohnen aus dem Jemen gekommen sind, bzw. die Angriffe ausschließlich mit Drohnen durchgeführt wurden. Die USA prüfen eine direkte Beteiligung des Iran mit Cruise Missiles, die aus iranischem Territorium abgefeuert worden sein könnten.

Eine Annäherung zwischen USA und Iran scheint damit erst einmal passé, da den Iran, nach Auffassung der USA und Saudi-Arabiens, in jedem Fall eine Mitschuld trifft. Sollten Saudi-Arabien und/oder die USA militärisch auf die Angriffe antworten, so dürfte dies die Preise auch in den kommenden Wochen weiter steigen lassen, denn dann ist eine weitere Eskalation der Spannungen nicht zu verhindern. Die Risikoprämie hat in jedem Fall massiv zugenommen, denn bei Angriffen dieser Art ist von einer Überversorgung nicht mehr zu sprechen.

US Präsident Trump hat bereits angekündigt, dass er die Freigabe von strategischen Reserven genehmigt hat, sollte dies aufgrund der Versorgungslage notwendig sein. Gleichzeitig sei man aber auch für einen Militärschlag jeder Zeit bereit, da man glaube, den Drahtzieher zu kennen. Nun warte man noch auf eine Verifikation und werde mit Saudi-Arabien zusammenarbeiten.

Mit dem Angriff in Saudi-Arabien rücken alle anderen Themen erst einmal in den Hintergrund. Von Saudi-Arabien erwartet man heute ein Update darüber, wie stark die Schäden sind und wie lange es dauern wird, bis die Produktion wieder in vollem Umfang läuft. Einen Teil der Produktion will man aber schon heute wiederaufnehmen können.

Die Börsen werden extrem volatil sein und noch einige Zeit brauchen, bis sich die Kurse finden. Bei den Inlandspreisen wird dies nicht anders sein. Der Preissprung sorgt dafür, dass die rechnerischen Niveaus laut RPI um etwa 3,40 bis 3,70 Euro pro 100 Liter HEL zu Freitag anziehen. Eine solch große Preisveränderung wird sicherlich dazu führen, dass die Spannen heute besonders groß sein werden, bevor sich der Markt wieder einpendelt. Entsprechend ist heute besondere Vorsicht bei der Preisgestaltung geboten.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

Saudische Ölproduktion um 5,7 Mio. B/T eingebrochen
Russlands Ölproduktion Anfang September leicht gesunken
USA verschieben nächste Runde von Strafzöllen um 2 Wochen
US Ölbestandsveränderungen
Expansive Maßnahmen der EZB und anderer Notenbanken
Saudi-Arabien ernennt neuen Ölminister
Handelsgespräche zwischen China und USA für Oktober geplant
Iran: Nur bei Aufhebung aller US Sanktionen neue Verhandlungen
Saudi-Arabien kürzt Ölexporte September um 0,7 Mio. B/T
= JMMC fordert striktere Einhaltung der Fördergrenzen
– Monatsberichte EIA, OPEC, IEA
– Trump erwägt offenbar Lockerung der Iran Sanktionen
– OPEC Förderung im August gestiegen

 

Die letzte Heizperiode war lang, Ihr Heizölvorrat könnte also niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter ist für heute wieder angenehm sommerlich gemeldet auch wenn der Herbst bereits vor der Tür steht. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie Ihren Heizöl Vorrat. Der nächste Winter kommt bestimmt. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.  ->zur Preisanfrage

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