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Saudi-Arabien kürzt Ölexporte im September – Libyens Ölproduktion steigt

 * Oil-News für Freitag den 9. August 2019 *

Nachdem Informanten angekündigt hatten, dass Saudi-Arabien alle Optionen prüfe um die Ölpreise nach den letzten Abwärtsbewegungen wieder zu stabilisieren, wird das Land die Exporte nun offenbar reduzieren. Im September will man die Ausfuhren um 0,7 Mio. B/T kürzen und den Abnehmern damit weniger Öl liefern als man zunächst eingeplant hatte. Die USA trifft es mit einer Kürzung von 0,3 Mio. B/T am stärksten, so die namentlich nicht genannten Quellen aus Saudi-Arabien.

Die Möglichkeiten der Saudis und der OPEC die Ölpreise zu stabilisieren sind allerdings gering. Eine Kürzung der Ölexporte und der Ölförderung sind natürlich die offensichtlichsten Maßnahmen, doch ob sich auch die übrigen Partner der OPEC+ Gruppe daran beteiligen bleibt abzuwarten. Vor allem Russland, als der größte Ölproduzent der Gemeinschaft, hatte sich nie leicht von Kürzungen überzeugen lassen und kann mit niedrigeren Preisniveaus besser leben als die meisten OPEC Länder.

Schon jetzt erweist es sich als schwierig, dass alle Teilnehmer der OPEC+ Gruppe die vereinbarten Produktionskürzungen einhalten. Länder wie Irak, Nigeria und Russland hatten immer wieder mehr Öl als vereinbart gefördert, während insbesondere Saudi-Arabien die Produktion stärker als notwendig gekürzt hatte. „Ganz gleich, wie sehr sich Saudi-Arabien bemüht, das Königreich allein kann die Vereinbarung der OPEC+ Kürzungen nicht aufrechterhalten“, so Analyst Satoru Yoshida, von Rakuten Securities. Yoshida geht davon aus, dass die Kombination aus stärkeren „Kürzungen als auch die Beilegung des Konflikts zwischen den USA und China“ notwendig sein wird, um die Rohölpreise nachhaltig zu stützen.

Saudi-Arabien und die OPEC können zwar die Förderung und Ölexporte reduzieren, die Ursache der bearishen Marktstimmung – das schwache Wirtschaftswachstum und den Handelskonflikt zwischen USA und China – kann man damit allerdings nicht beheben. Weitere Kürzungen sorgen vielmehr dafür, dass die Reservekapazität der OPEC+ Länder weiter zunimmt und damit automatisch auch für eine höhere Versorgungssicherheit bei unerwarteten Ausfällen sorgt.

Unterdessen wird Libyen die Förderung und Ölexporte nun wieder steigern können, nachdem man das größte Ölfeld des Landes, Sharara, wieder in Betrieb nehmen konnte. Während die Ankündigung von Kürzungen durch Saudi-Arabien die Preise stützt, sorgt die Meldung über die Aufhebung des Force Majeures für Öllieferungen vom Sharara Ölfeld für einen Gegenpol. Marktteilnehmer warten heute noch auf den IEA Monatsreport, bei dem man allerdings schon vorab fest mit einer Abwärtskorrektur des Ölnachfragewachstums 2019 um -0,1 Mio. B/T rechnet. Dies dürfte damit bereits weitestgehend eingepreist sein, wobei die Einschätzung der Entwicklung für 2020 auch einen entscheidenden Impuls liefern kann.

Letztlich bleibt die fundamentale Konstellation für uns heute Morgen weiter neutral, wobei der Markt mit den jüngsten Kommentaren aus Saudi-Arabien und dem anstehenden Monatsreport der IEA sicherlich etwas nervös und damit volatil ist. In den Morgenstunden gaben die Ölpreise nach und kommen von den späten Hochs gestern zurück. Die ICE Futures notieren dabei allerdings noch oberhalb der Niveaus von gestern Mittag, während der Euro/Dollar-Kurs zu gestern leicht nachgegeben hat. Damit deuten sich bei den rechnerischen Inlandspreisen zum aktuellen Stand heute Morgen nur kleine Anpassungen mit einer leicht festen Tendenz an.

 

Preisbestimmende Faktoren:

Saudi-Arabien kürzt Ölexporte September um 0,7 Mio. B/T
Spannungen mit Iran im Atomdeal und in der Straße von Hormus
USA haben Sanktionen gegen Venezuela verschärft
= OPEC+ verlängert Produktionskürzung bis Ende März 2020
– Libyen steigert Ölförderung und hebt Force Majeure auf
– US Ölbestandsdaten DOE
– EIA Monatsreport
– China und USA heizen Handelsstreit weiter an
– Saudi-Arabien und Kuwait mit möglicher Produktionssteigerung

 

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