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Abwärtsdynamik beim Heizöl ausgebremst – OPEC entscheidet über Sondermeeting

* Markt-News für Mittwoch den 05. Februar 2020 *

 

Die US Ölbestandsveränderungen des API aus der Nacht weisen einen starken Aufbau bei den US Rohölbeständen aus. Zwar hatten Experten eine Zunahme erwartet, doch diese fällt nun noch einmal deutlicher aus. Grund könnten reduzierte Exporte sein, da vor allem China durch den Coronavirus weniger Rohöl kauft.

Die chinesische Sinopec verkauft dabei auch bereits Rohöl, dass man selbst in Westafrika gekauft und auf Schiffe geladen hatte. Dabei soll es sich um mehrere Millionen Barrel handeln. Bei den Destillaten hingegen gab es überraschende Abbauten, allerdings dürfte dies kaum auf eine höhere Nachfrage hindeuten, denn der US Winter war bisher sehr mild. Auch in den kommenden Wochen sollen die Temperaturen, in dem für die Ölnachfrage wichtigen Nordosten der USA, weiter überdurchschnittlich warm bleiben.

Bei Benzin hingegen wurden die erwarteten Bestandszuwächse noch einmal um ein Drittel übertroffen. Zusammen mit den Veränderungen bei Rohöl dürfte dies den leicht bullishen Einfluss der Abbauten bei den Destillaten überwiegen, sodass die Zahlen unterm Strich bearish interpretiert werden.
 

in Mio Barrel Rohöl Destillate Benzin Raffinerie Cushing
Erwartung: 04.02. +3,0 +0,1 +1,5 ±0,0%
API: 04.02. +4,2 -1,8 +2,0 +1,0

 

Noch immer breitet sich das Coronavirus weiter aus. Die Anzahl der Infizierten stieg innerhalb von 24 Stunden erneut um knapp 20% auf nun 24.553 und die Todesfälle noch einmal um 15,5% auf 492. Damit ist noch immer keine Eindämmung der Epidemie in Sicht, zumindest nicht in China. Denn 99,1% der Infizierten und 99,6% der Todesfälle werden aus China gemeldet. Für den Ölmarkt bleibt dies dennoch ein Problem, trägt das Land doch den größten Anteil zum jährlichen Ölnachfragewachstum bei.

Daher rechnet auch der BP Finanzvorstand, Brian Gilvary, damit, dass die Ölnachfrage in diesem Jahr um 300.000 bis 500.000 B/T sinken könnte. Das würde etwa 25% bis 40% des von der IEA erwarteten globalen Nachfragewachstums von 1,2 Mio. B/T entsprechen. Die OPEC selbst soll internen Analysen zufolge aber eher von einem Rückgang um 400.000 B/T rechnen, der auf 6 Monate beschränkt wäre. Auf das Gesamtjahr umgelegt würde dies aber immerhin eine reduzierte Ölnachfrage von 200.000 B/T ergeben bzw. 16,7% des erwarteten Ölnachfragewachstums. Bei ConocoPhillips  rechnet man mit einem Rückgang der Ölnachfrage um etwa 100.000 bis 200.000 B/T.

Die OPEC+ erwägt daher Kürzungen der Produktionsmenge, wobei auch Szenarien besprochen werden, wonach zwischen 0,8 und 1,0 Mio. B/T vom Markt genommen werden könnten. Noch hat sich die Gruppe beim Joint Technical Committee (JTC) nicht auf eine einheitliche Linie einigen können, aber das Gremium ist ohnehin nicht entscheidungsbefugt. Vielmehr soll dies Empfehlungen ausarbeiten, die dann bei einem Treffen aller OPEC+ Mitglieder beschlossen werden können. Heute geht das Treffen in den zweiten Tag, und dann soll auch entschieden werden, ob die für Anfang März angesetzte Generalversammlung in den Februar vorgezogen wird. Wahrscheinlichstes Datum soll der 14.-15. Februar sein.

Die Analysten bei Moody’s gehen davon aus, dass die Rohstoffproduzenten bei den aktuell niedrigen Preisen ihre Förderung und Investments zurückfahren werden. Und das betrifft dann nicht nur die OPEC, sondern eben auch andere Länder, wie die US Schieferölindustrie, was der OPEC eigentlich in die Karten spielen würde. „Angesichts der (durch das Virus verursachten) wirtschaftlichen Schäden sind die Aussichten schlecht, dass sich die Preise bald erholen werden,“ so der Ausblick bei Moody’s. Doch der Druck ist für die OPEC Länder groß, deren Einnahmen mit der aktuellen Entwicklung drastisch eingebrochen sind.

Daher gehen die meisten Experten davon aus, dass die OPEC reagieren wird. Entsprechend ziehen die Ölpreise auch in den frühen Morgenstunden an, doch die Volatilität wird weiter hoch bleiben, so Analyst Edward Moya, von Oanda. Er rechnet damit, dass eine Preisrallye von Verkäufern genutzt wird, die entweder Profite aus kurzfristigen Long-Positionen mitnehmen, oder eben wieder auf eine starke negative Wirkung durch den Virus rechnen. „Sollte die OPEC+ eine Produktionskürzung geringer als 1 Mio. B/T zusätzlich liefern, könnte Öl tiefer in den Bärenmarkt fallen,“ so die Einschätzung Moyas. Ein Bärenmarkt entstand am Montag, da die Preise für Brent und WTI seit dem Jahreshoch Anfang Januar um 20% fielen.

In Erwartung der Ansetzung eines OPEC Sondermeetings für Februar und Details zu dem geplanten Umfang zusätzlicher Kürzungen scheint die Abwärtsdynamik nun erst einmal unterbrochen zu sein. In den Morgenstunden ging es für die Futures an ICE und NYMEX nach oben, sodass sich bei den Inlandspreisen heute Morgen momentan kleine rechnerische Aufwärtspotenziale abzeichnen.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

OPEC+: Kürzung von bis 1 Mio. B/T wird diskutiert
Saudi-Arabien bereit 1 Mio. B/T zu kürzen
WHO hält Handels- und Reisebeschränkungen nicht für nötig
Libyens Förderung auf 262.000 B/T gefallen
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
OPEC+ beschließt zusätzliche Produktionskürzung um 0,5 Mio. B/T
– US Ölbestandsveränderungen API bearish
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– Coronavirus: Unternehmen in China bleiben länger geschlossen
– WHO erklärt Coronavirus zu Gesundheitsnotfall von internationaler Tragweite
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran
– Kuwait bestätigt Restart des Wafra Ölfeldes im März

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute meist sonnig bei 6° Grad Höchstteperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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