21047
post-template-default,single,single-post,postid-21047,single-format-standard,theme-eden,cookies-not-set,eden-core-1.0.4,woocommerce-no-js,eden-theme-ver-3.0.7,ajax_fade,page_not_loaded,show_loading_animation,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Angst vor zweiter Welle belastet die Ölpreise zum Wochenstart

.

* Markt-News für Montag den 29. Juni 2020 *

 

Covid-19: Die zweite Welle ist da!
In den USA wurden bereits Ende letzter Woche Lockerungen von den Lockdowns zurückgenommen, nachdem die Anzahl der Neuinfektionen auf neue Rekordhochs geklettert ist. Über das Wochenende hat sich die Lage nicht gerade entspannt. Zwar wurden für Samstag und Sonntag weniger Neuinfektionen als am Freitag gemeldet, doch rückläufige Zahlen sind an den Wochenenden nicht unüblich.

Laut worldometers.info blieb die Anzahl der Neuinfektionen auch am Wochenende über 40.000 und damit über dem bisherigen Rekordwert aus April (39.116). Die Anzahl der Todesfälle ist zwar noch nicht gestiegen, doch die Daten aus dem Frühjahr deuten auf einen Zeitversatz von ein bis zwei Wochen hin. In den kommenden Tagen ist somit auch mit einem erheblichen Anstieg der Todesfälle zu rechnen.

Global zeichnet sich ein ganz ähnliches Bild. Die Anzahl der Neuinfektionen erreichte in den letzten Wochen neue Rekordwerte und zeigt einen deutlichen exponentiellen Aufwärtstrend, während die täglich registrierten Todesfallzahlen noch unter den Hochs aus April liegen. Insgesamt gab es nun schon über 10 Mio. Infizierte und über 0,5 Mio. Todesfälle. Damit sind wir nun vermutlich am Beginn der zweiten Infektionswelle, wenn nicht sogar schon mittendrin. Selbst in Deutschland und Europa gibt es vereinzelt neue Infektions- und Ausbruchsherde.

„Es ist klar, dass der Anstieg der Fälle weitgehend auf bestimmte Arten von Aktivitäten zurückzuführen ist“ so Greg Abbott, Gouverneur von Texas, der vor allem Menschenansammlungen in Bars und Ähnliches benennt. Neben Texas sind in den USA auch Kalifornien und Florida betroffen – die drei Bundesstaaten mit der höchsten Einwohnerzahl. Die Sorge ist nun groß, dass sich die Erholung des Verkehrsaufkommens und damit auch die Benzinnachfrage wieder abschwächt.

„Arbeitgeber verzögern die Rückkehr ihrer Mitarbeiter in die Büros, was sich auf die Rückkehr der Benzinnachfrage auswirken wird“, so die Warnung von Analyst Andrew Lipow, Präsident von Lipow Oil Associates. Dies könnte auch den stetigen Anstieg der Raffinerieproduktion ausbremsen, nachdem sich die Auslastung bereits auf 75% der Gesamtkapazität erholt hat.

Russische Söldner besetzen Sharara-Ölfeld
Die libysche Arabian Gulf Oil Company (Agoco) plant im Laufe der Woche, die Ölproduktion am Messla Ölfeld im Osten des Landes wieder hochzufahren. Angedacht ist ein Restart mit einer Förderung von zunächst 10.000 B/T, wobei das Öl an die Raffinerie in Sarir geliefert werden und nicht exportiert werden soll. Das Ölfeld bleibt damit noch weit unter seiner eigentlichen Kapazität von etwa 70.000 B/T.

Unterdessen haben sich Söldner, die mit der russischen Regierung in Verbindung gebracht werden, mit Milizen zusammengeschlossen, die das größte libysche Ölfeld, Sharara, besetzen. Informanten melden einen Konvoi mit russischen und sudanesischen Söldnern, der das Ölfeld Ende letzter Woche erreicht haben soll. Das Ölfeld wird derzeit von Milizen kontrolliert, die General Haftar unterstellt sind. Seit einem kurzen Restart von etwa 2 Tagen verhindern diese Einheiten die weitere Ölförderung an dem Ölfeld, das eine Kapazität von über 300.000 B/T hat.

„Unsere Arbeiter dürfen die Produktion oder die Wartungsarbeiten nicht wieder aufnehmen“, so ein Sprecher der libyschen National Oil Corporation (NOC). „Wir brauchen keine russischen und anderen ausländischen Söldner auf libyschen Ölfeldern, deren Ziel es ist, die Ölförderung zu verhindern“, so die Kritik der NOC.

Die Besetzung des Ölfeldes durch russische Einheiten ist die jüngste Entwicklung in dem schon etwa 6 Jahre andauernden Bürgerkrieg in Libyen. Zuvor sah es so aus, als könnte die international anerkannte Einheitsregierung aus Tripolis mit Unterstützung aus der Türkei die Oberhand gewinnen und die Ölproduktion wieder hochfahren. Mit russischen Truppen in der Region und auf den Ölfeldern wird dies aber deutlich schwieriger und könnte auch international zu weiteren Spannungen führen.

Marktlage
Der Fokus der Trader liegt auch in dieser Woche weiter auf der Corona-Pandemie und deren erneuter Ausbreitung. Neue lokale Hotspots in mehreren Ländern schüren Ängste, dass es wieder zu stärkeren Eindämmungsmaßnahmen kommt, nun, da die Ausgangsbeschränkungen bereits weitestgehend gelockert wurden.

Die Politik versucht, neue großflächige Lockdowns zu verhindern, da diese zum einen in der Bevölkerung wenig Anklang finden und zum anderen auch die Wirtschaft schwächen. Es scheine unwahrscheinlich, dass erneut aggressive Lockdowns weltweit eingeführt werden, sofern es zu keiner starken zweiten Welle kommt, so die Einschätzung der Analysten bei AxiCorp.

Die aktuelle Entwicklung der Covid-19 Infektionszahlen deutet allerdings an, dass die Lage wieder ernster wird. Die Zahl der Neuinfektionen steigt schnell und könnte neue Einschränkungen notwendig machen. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer könnte es hart treffen. Selbst wenn in Europa neue Lockdowns vermieden werden können, träfen Lockdowns auf anderen Kontinenten den globalen Ölbedarf.

„Öl könnte seinen kurzfristigen Höhepunkt erreicht haben und die Preise dürften in den nächsten Wochen konsolidieren“, so Howie Lee, Analyst bei OCBC. Die Preise seien genug gestiegen, damit die US-Ölproduzenten ihre Förderung wieder hochfahren könnten, mahnt Lee. In der Tat ist diese Entwicklung weiter zu beobachten, da WTI deutlich über 30 Dollar notiert, ein Niveau, ab dem US-Unternehmen den Restart ihrer Anlagen angekündigt hatten.

Gäbe es die Kürzungen der OPEC+ Gruppe nicht, bzw. würden diese ihre Quoten nicht so konsequent einhalten, würden die Ölpreise vermutlich deutlich niedriger sein. Mit der Möglichkeit einer steigenden Ölproduktion in den USA, neuen regionalen Lockdowns, in Verbindung mit der Angst vor einer starken zweiten Infektionswelle, nehmen wir aus fundamentaler Sicht heute Morgen einen leicht bearishen Standpunkt ein. Die Futures an ICE und NYMEX bleiben weich und haben die Freitagstiefs teilweise unterschritten, sodass sich für das Inland starke Preisnachlässe ankündigen.

 

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

 Russische Söldner auf libyschen Ölfeldern
 Verkehrsdaten machen Hoffnung auf steigende Nachfrage
JMMC: Quoteneinhaltung OPEC+ Kürzungen bei 87%
– Covid-19: Neue Rekordzahlen bei Neuinfektionen
–  Neue regionale Lockdowns in den USA
–  Erste US-Ölunternehmen fahren Produktion wieder hoch
–  IWF senkt Wachstumsprognosen
–  China: weniger Rohölimporte im dritten Quartal erwartet

 

Die Heizperiode ist zu Ende uns die Sommermonate rücken rasch näher. Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute gegnerisch bei 24° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

No Comments

Leave a Comment