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API Rohölbestände mit überraschend deutlichen Aufbauten

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* Markt-News für Mittwoch den 22. Juli 2020 *

 

US-Ölbestandsveränderungen API
Während bei den landesweiten Rohölbeständen Aufbauten verzeichnet wurden, nahmen die Vorräte bei Destillaten und Benzin ab. Die Veränderungen der US-Ölbestände zur abgelaufenen Berichtswoche in der Übersicht:

 

in Mio Barrel Rohöl Destillate Benzin Raffinerie Cushing
Erwartung: 21.07. -1,0 ±0,0 -1,8 +0,6%
API: 21.07. +7,5 -1,4 -2,0 +0,7

 

Experten hatten im Vorfeld der Zahlen eigentlich mit Abbauten bei Rohöl gerechnet, sodass der nun gemeldete Bestandszuwachs nicht nur sehr umfangreich, sondern eben auch überraschend ist. Dies könnte auf Verschiebungen bei den Importen und/oder Exporten zurückzuführen sein, was sich eventuell aus den DOE-Zahlen ergeben könnte. Werden Aufbauten in dieser Größenordnung bestätigt, sind es die umfangreichsten seit Ende Mai.

Bei den Produkten wurden hingegen Abbauten gemeldet, wobei hier vor allem auf Benzin geachtet wird. Der Treibstoff gilt als Indikator für die wirtschaftliche Aktivität in den Sommermonaten und sinkende Bestände sind immer ein Zeichen für einen zunehmenden Verbrauch. Die Abbauten liegen etwa im erwarteten Rahmen, was den bullishen Einfluss schwächt.

Trader warten nun auf die Zahlen des DOE, die heute um 16:30 Uhr veröffentlicht werden. Die Zahlen beinhalten neben den reinen Bestandsveränderungen auch Daten zu Angebot und Nachfrage, Importen und Exporten sowie einer Schätzung zur US Rohölförderung.

Covid-19: Texas Gouverneur sieht keine Notwendigkeit für Lockdown
Die Anzahl der globalen Neuinfektionen ist gestern wieder gestiegen und lag laut worldometers.info bei 239.118. Das ist der dritthöchste gemessene Stand. Auch in den USA nahm der Wert wieder etwas zu, blieb mit 67.140 zwar auf hohem Niveau, jedoch deutlich unter dem bisherigen Höchststand von 74.987.

Auch Florida sowie Texas, zwei der US-Bundesstaaten mit der höchsten Anzahl an Neuinfektionen in den letzten Wochen, blieb der Wert deutlich unter den bisherigen Höchstständen, sodass sich die Lage hier zumindest nicht verschlechtert zu haben scheint. Der texanische Gouverneur, Greg Abbott, bewertet die Entwicklung offenbar ebenfalls positiv und sieht keine Notwendigkeit für einen Lockdown, solange die Menschen Masken tragen und Social Distancing einhalten würden.

In Kalifornien allerdings, dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat, wurden gestern mit 10.278 erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, und das trotz der Mitte des Monats verhängten neuen Beschränkungen im öffentlichen Leben. Auch US-Präsident Donald Trump, der gestern die Briefings zur Pandemie-Lage wieder aufnahm, gab zu, dass es erst noch schlimmer werde, bevor sich die Lage bessere.

Unterdessen hat das Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gewarnt, dass die veröffentlichten Zahlen nicht das tatsächliche Ausmaß der Pandemie in den USA wiedergeben würde. In der Metropolregion von New York habe man im März und April Tests durchgeführt, auf Grundlage derer man nun schätzt, dass die Anzahl der Infektionen mindestens 12 mal so hoch sei, wie offiziell gemeldet. New York hatte bisher insgesamt 435.753 offiziell gemeldete Infektionen bei 32.602 Todesfällen. Eine Mortalitätsrate (Sterblichkeit) von ca. 7,5%. In Kalifornien, dem Bundesstaat mit den zweitmeisten Fällen (410.176), liegt die Mortalitätsrate bei gerade einmal 1,9%.

Chinas Raffinerien exportieren mehr Benzin
In China nahmen die Rohölimporte während der Pandemie zu, als die Anlagenbetreiber die niedrigen Preise nutzten, um sich günstig einzudecken und die Auslastung hochzufahren. Die Regierung hatte einen Mindestpreis für Treibstoff festgelegt, weshalb es in dieser Zeit besonders attraktiv war Treibstoffe herzustellen. Nun beginnen die Raffinerien ihr Benzin verstärkt zu exportieren.

Das Nachfragewachstum für Benzin hat sich auch in China wieder abgeschwächt, während die Vorratstanks durch die hohe Auslastung der Anlagen gut gefüllt sind. Die mittlerweile gestiegenen Rohölpreise machen die Produktion von Treibstoffen zudem auch wieder teurer, sodass das eingelagerte Benzin durchaus günstig ist. Dieses wird nun auf den Markt gebracht, sodass die Exporte des Landes zunehmen und im Juli den höchsten Stand seit 4 Monaten erreicht haben sollen.

In der ersten Monatshälfte des Juli sollen die Benzin-Ausfuhren bei 294.400 B/T gelegen haben, was deutlich mehr als die durchschnittlichen Exporte von 226.400 B/T im Juni gewesen sei, so die Experten von Vortexa. Bei Energy Aspects gehen die Analysten davon aus, dass die Benzinexporte Chinas im dritten Quartal noch weiter anstiegen und dann bei 350.000 bis 400.000 B/T liegen dürften.

China kann das Benzin oft günstiger zur Verfügung stellen als andere Anbieter. Damit wird der Marktpreis vor allem in Asien gedrückt, was sich aber auch abgeschwächt auf andere Märkte auswirken dürfte. Der Großteil der chinesischen Benzinexporte geht derzeit nach Singapur, Philippinen und Australien.

Marktlage
Wichtigster Taktgeber für die Ölbörsen bleiben offenbar weiterhin die Aktienmärkte als Barometer der Risikobereitschaft und allgemeinen Wirtschaftseinschätzung. Die positiven Meldungen zur Impfstoffentwicklung und dem EU-Hilfspaket haben die Stimmung an den Finanzmärkten positiver werden lassen.

Mit diesen Vorgaben sind die Ölpreise nun aus ihren vorläufigen, engen Handelsspannen ausgebrochen. Doch scheint die Dynamik noch immer „nicht stark genug zu sein, um WTI über das 45 Dollar-Niveau zu bringen. Die Rallye ist gegen eine Wand gefahren, nachdem der API Bericht einen starken Anstieg der Lagerbestände meldete und die Warnung von Präsident Trump zeigte, dass sich die Coronavirus-Pandemie in den USA wahrscheinlich [zunächst noch einmal] verschlimmern wird“, fast Analyst Edward Moya, von Oanda, die jüngste Entwicklung zusammen.

Für Analyst John Kilduff, von Again Capital, hat das Hilfspaket den Ausblick für die Erholung der Wirtschaft und der Ölnachfrage nachhaltig verbessert. Und für Gene McGillian, von Tradition Energy, wird „der Gedanke, dass sich die Lage weiter erholen wird, die Nachfrage wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehrt und genügend Angebot vom Markt genommen wird, ausreichen,“ um eine knappere Marktlage zu erzeugen, was die Käufe am Markt ausgelöst habe.

Doch angesichts der Pandemie gibt es auch weiter kritische Stimmen, zumal das Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA eine hohe Dunkelziffer vermutet. „In Bezug auf die Anzahl der Infektionen haben wir dieses Virus nicht unter Kontrolle und dennoch steigen die Ölpreise weiterhin. Eines von zwei Dingen wird passieren: Entweder erwartet der Markt eine Lösung [zur Pandemie], die vor der Tür steht, oder die Leute werden enttäuscht sein und“ den Ölpreisen steht eine Abwärtskorrektur bevor, so die Mahnung von Stewart Glickman, von CFRA Research.

Auf Grund der vielfältigen Unsicherheiten und des spekulativen Handelns auf Grund von Risikostimmung, nehmen wir heute Morgen aus fundamentaler Sicht weiterhin einen neutralen Standpunkt ein. Die Ölpreise an ICE und NYMEX bleiben momentan noch auf höheren Niveaus, notieren aber dennoch klar unterhalb der Vortageshochs. Bei den Inlandspreisen deuten zum aktuellen Zeitpunkt zu gestern keine größeren Preisveränderungen an.

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

US-Ölbestandsveränderungen API
Saudi-Arabien erwartet höheren Eigenbedarf an Rohöl
Impfstoffhoffnung nach positiven klinischen Tests
EU-Gipfel mit Durchbruch bei Hilfspaket
OPEC Monatsreport bullish
= Neuinfektionen haben sich in Texas, Kalifornien und Florida stabilisiert
– China exportiert mehr Benzin
– Trump: Pandemie wird erst noch schlimmer bevor es sich bessert
– Irak scheint weiterhin Zusagen zu OPEC+ Abkommen nicht einzuhalten
– Überflutung: China drosselt Raffinerieauslastung
– China exportiert eingelagertes Rohöl
– OPEC+ produziert ab August mehr Rohöl
– USA/China: Spannungen nehmen zu

 

Die Heizperiode ist zu Ende uns die Sommermonate rücken rasch näher. Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute sonnig bei 28° Grad gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

 

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