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Heizöl & Diesel zum Wochenende günstiger

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* Markt-News für Freitag den 10. Juli 2020 *

 

Libyen: Restart am Messala Ölfeld
In Libyen ist die Situation aktuell noch etwas undurchsichtig. Die Regierung in Tripolis verhandelt bereits seit geraumer Zeit mit anderen Mächten aus der Region über eine Befriedung der Lage und einen Restart der Ölanlagen. Einen Durchbruch gab es hier noch nicht zu vermelden. Der Restart des größten libyschen Ölfeldes, Sharara, wurde zuletzt durch russische Söldner auf dem Gelände der Anlage unterbunden.

Nun will man allerdings die Förderung am Ölfeld Messala und die Sarir Raffinerie wieder hochgefahren haben. Zu den Produktionsmengen gibt es aktuell noch keine Zahlen. Am Es Sider Terminal hatte man Mitte der Woche, erstmals seit Beginn der Blockade im Frühjahr, einen Tanker mit Rohöl beladen wollen, was durch bewaffnete Einheiten allerdings unterbunden wurde. Nun soll sich aber ein zweiter Tanker auf den Weg zu dem Hafen gemacht haben, um Ware aufzunehmen.

Covid-19: US-Raffinerien von Ausbrüchen betroffen
Wieder einmal gibt es neue Rekorde bei Infektionszahlen zu melden. Global wurden für gestern, laut worldometers.info, 222.825 Neuinfektionen gemeldet – so viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Auch in mehreren US-Bundesstaaten wurden bei Todesfällen und Neuinfektionen neue Höchststände ermittelt.

Mittlerweile haben die Corona-Ausbrüche auch die US-Ölindustrie erreicht. Marathon Petroleum, Betreiberin der Galveston Bay Raffinerie in Texas, mit einer Kapazität von 585.000 B/T, hat deutlich mehr als 100 Infektionen, so Informanten aus Unternehmenskreisen. An der Anlage werden aktuell größere Umbauarbeiten durchgeführt, wodurch über 500 externe Arbeiter auf dem Gelände sind.

Aber auch andere Raffinerien in der Region scheinen mit Corona-Ausbrüchen zu kämpfen. Die 264.000 B/T Anlage von LyondellBasell Industries in Houston, Shells 275.000 B/T Deer Park Raffinerie am Houston Ship Channel sowie die 265.000 B/T Anlage von Phillips 66 in Sweeny geben ebenfalls an, dass sich Mitarbeiter mit dem Virus infiziert haben. Die Total meldet, dass mehrere Anlagen in den USA, darunter auch die Raffinerie in Port Arthur, Texas, positive Corona-Fälle haben. Ob dies einen Einfluss auf die Produktion der Anlagen haben wird, ist aktuell noch nicht bekannt, da sich die Betreiber mit detaillierten Informationen weitestgehend zurückhalten.

Unterdessen nimmt der Druck in den USA zu, gewisse Restriktionen im öffentlichen Leben einzuführen. Einen kompletten Lockdown gibt es aktuell nicht, doch auch die partiellen und regionalen Einschränkungen werden vermutlich die Bewegung der Bevölkerung und damit auch den Treibstoffverbrauch einschränken.

Hurrikan-Center: Fay zieht weiter nach Norden
Der Sturm vor der US-Ostküste hat weiter an Intensität zugenommen. Tropensturm Fay bewegt sich noch immer über dem Meer vor der Küste und zieht in Richtung Norden. Meteorologen gehen davon aus, dass Fay heute vor Delaware und New Jersey vorbei zieht, bevor der Sturm in der Nacht zu Samstag bei Long Island und im südlichen New England auf Festland trifft.


© OpenStreetMap

Die größte Gefahr geht aber noch immer von den Regenfällen aus, die der Stum mitbringt. Im Nordosten der USA wird es daher wohl zu Überschwemmungen kommen, von denen auch Raffinerien in der Region betroffen sein könnten. Allerdings blieb der Sturm bisher weiter östlich als Anfangs gedacht, sodass sich die Wahrscheinlichkeit eines starken Einfluss auf die Raffinerieverarbeitung reduziert hat.

Marktlage
Die Ölnachfrage hat sich nach ihrem Einbruch mit den Lockdowns im Frühjahr deutlich schneller als ursprünglich erwartet erholt. Zusammen mit den Produktionskürzungen der OPEC+ war dies der Hauptgrund für den schnellen Preisanstieg an ICE und NYMEX.

In den letzten Tagen wurden Trader aber immer skeptischer, was das weitere Aufwärtspotenzial anbelangt. Zuletzt hatte auch die EIA bei ihrem neuen Monatsreport die Preisprognosen zwar deutlich nach oben angepasst, sieht die Durchschnittspreise für das dritte Quartal 2020 aber noch immer unter den bisherigen Preisen.

Die Unsicherheit der Marktteilnehmer lässt sich auch an dem geringeren Handelsinteresse ablesen, was sich gestern in einer Abwärtskorrektur entladen hat. Die Ölpreise kommen nun unter Druck, da das Wiederaufflammen der Covid-19 Fälle die Wahrscheinlichkeit für neue Lockdowns erhöht habe. Die begonnene Erholung bei der Ölnachfrage werde damit verlangsamt, fassen die Analysten der ANZ Bank die Lage zusammen.

Hinzu kommen die sinkenden Rohöl-Käufe von chinesischen Raffinerien, die vor allem in der Niedrigpreisphase kräftig eingekauft haben. Bei den höheren Preisen senken diese nun ihre Käufe, zumal die Importe der letzten Monate nun alle eintreffen und entladen werden müssen. Der Preisanstieg bei Rohöl hat zudem auch die Margen für die Raffinerien erheblich verschlechtert.

In Indien lag die Treibstoffnachfrage im Juni rund 7,9% unter Vorjahresniveau und habe damit „enttäuscht“, so Analyst Phil Flynn, von der Price Futures Group. Dies passe nicht ins Bild von einer starken Erholung der indischen Wirtschaftsaktivität, so Flynn weiter. Wells Fargo & Co., der größte Arbeitgeber unter US-Banken, hat zudem massive Stellenstreichungen angekündigt. Die Großbank steht damit nicht alleine da, denn auch mehrere andere US-Konzerne planen umfangreiche Entlassungen, nachdem sich der Arbeitsmarkt eigentlich wieder leicht erholt hatte.

Negative Nachrichten nach einem starken Preisanstieg, bei dem man bereits zweifelt, ob sich dieser wird halten können, kreieren natürlich ein bearishes Marktumfeld. „Wir könnten in dieser Situation länger festhängen als gedacht“, mahnt Analyst Tariq Zahir, von Tyche Capital, mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen bei der Corona-Pandemie. „Zehntausende Entlassungen von Leuten, die nun arbeitslos sind und kein Auto mehr fahren. Plötzlich richtet sich der Fokus auf die Möglichkeit, dass die Ölnachfrage nach unten abfällt“, so Experte John Kilduff, von Again Capital.

„Rohöl war für eine Korrektur fällig. Der Markt wird ein Auge auf die Entwicklung der Pandemie in den USA werfen sowie auf die wöchentlichen Ölbestände und Treibstoffnachfrage. Die Möglichkeit, dass sich die Erholung der US-Ölnachfrage für eine Weile abflacht, wird nun eingepreist“, fasst Analystin Vandana Hari, von Vanda Insights, die Lage zusammen.

Nach ihrem gestrigen späten Preisrutsch geben die Futures auch in den Morgenstunden weiter nach, wenngleich Gasoil noch nicht gehandelt wurde. Während wir eine fundamental bearishe Haltung einnehmen, deuten sich bei den Inlandspreisen damit bereits deutliche Preisnachlässe im Vergleich zum Vortag an.

 

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

Sturmformation an US-Ostküste
Angola stimmt zusätzlichen Kürzungen von Juli bis September zu
= EIA Monatsreport
= Libyen: Verhandlungen zum Restart der Ölanlagen
– Chinesische Raffinerien drosseln Auslastung
–  Libyen steigert Ölproduktion
–  US-Konzerne kündigen Entlassungen an
–  Kanada steigert Ölproduktion
– OPEC-Länder deuten Exportsteigerung für August an
– Johan Sverdrup Ölexporte im August wieder auf Rekordniveau
– China: weniger Rohölimporte im dritten Quartal erwartet

 

Die Heizperiode ist zu Ende uns die Sommermonate rücken rasch näher. Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute leicht bewölkt bei 26° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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