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Heizölpreise geben nach – Spekulationen um Bruch in der OPEC+ Gruppe

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* Markt-News für Montag den 24. Februar 2020 *

 

Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinten Emirate sollen laut Informanten darüber diskutieren die Produktion gemeinsam um weitere 0,3 Mio. B/T zu kürzen. Dies wäre ein Bruch mit der OPEC+ Gemeinschaft, die sich vermutlich erst wieder am 5. bis 6. März in Wien treffen wird, um über mögliche Produktionskürzungen entscheiden wird.

Zusätzliche freiwillige Kürzungen sind sicherlich weniger dramatisch zu interpretieren wie eine einseitige Erhöhung der Produktionsquoten. Dennoch würde ein solcher Schritt wohl tiefe Risse innerhalb der Gemeinschaft hinterlassen. Dann würde die Gefahr bestehen, dass sich die Gruppe wieder auflöst, was nicht nur die Produktionskürzungen der Nicht-OPEC Länder in Frage stellen würde, sondern auch die Kürzungen der OPEC selbst, die ihre Förderung ja nur unter der Prämisse reduziert hatte, dass sich Länder wie Russland ebenfalls an der Maßnahme beteiligen.

„Wenn sich die Allianz spalten würde, wäre die initiale Reaktion ein Rückgang der Ölpreise, aber dies könnte durch eine starke Kürzung der OPEC ausgeglichen werden. Ich bezweifle, dass die OPEC kurz vor dem Auseinanderbrechen steht, aber die Allianz zwischen OPEC und Nicht-OPEC-Produzenten ist fragil,“ so Analyst James Williams von WTRG Economics. „Der Markt preist die Möglichkeit eines vollständigen Zusammenbruchs des OPEC+ Bündnis ein, wodurch das Angebot in einem bereits überversorgten Markt um [zwei bis drei] Millionen Barrel pro Tag gesteigert werden kann,“ so die Einschätzung von Manish Raj, von Velandera Energy.

Die Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe sind entstanden, da das technische Komitee der Gruppe, Joint Technical Committee (JTC), eine Kürzung um 0,6 Mio. B/T bis zum Ende des zweiten Quartals und eine Verlängerung der schon bestehenden Kürzungen bis Jahresende empfahl. Russland lehnte dies bisher allerdings ab und wollte mehr Zeit zur Beurteilung der Auswirkungen des Covid19 Ausbruchs, sodass ein vorgezogenes Sondermeeting nicht stattfand.

Der saudische Ölminister, Abdulaziz bin Salman, hat den Spekulationen allerdings eine Absage erteilt. „Das ist absurd und völliger Unsinn,“ so der Energieminister. Die Spekulationen zeigen aber den Druck innerhalb der OPEC. Kommt es beim nächsten Meeting nicht zu zusätzlichen Kürzungen, könnte dies eventuell zu einem Bruch in der Gruppe führen, sollten eben Länder wie Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinten Arabischen Emirate darauf bestehen und trotzdem kürzen.

Covid19 wieder auf dem Vormarsch
In China ist der Covid19 Ausbruch scheinbar unter Kontrolle gebracht worden, denn hier gehen die Zahlen der Neuinfektionen stetig zurück. Außerhalb Chinas sind Südkorea, Italien und Japan neue Hotspots. In Norditalien wurden ganze Gemeinden abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt, während man den Ursprung des Ausbruchs noch immer nicht ausgemacht hat. Das Land zählt nun 157 infizierte und ist damit an Japan mit 146 Infizierten vorbeigezogen.

In Südkorea steigt die Zahl der Neuinfektionen ebenfalls stak, sodass es hier bereits 763 gemeldete Fälle gibt. Und auch im Iran gibt es bereits 43 bestätigte Infektionen und 8 Tote. Das Verhältnis zwischen Todesfällen zu Infektionen ist hier besonders groß, weshalb es noch deutlich mehr Infektionen geben könnte, die noch nicht gemeldet oder entdeckt wurden. Länder mit einem schlechten Gesundheitssystem sind auch die größte Gefahr, denn über diese könnte noch immer eine Pandemie entstehen.

Hatte man in der letzten Woche noch die Erwartung, dass das Coronavirus vor allem Chinas Wirtschaft stark negatif treffen wird, durch die entschiedenen Gegenmaßnahmen der Regierung aber auch gut unter Kontrolle zu bringen ist, so besteht nun die Befürchtung, dass auch die Wirtschaft in anderen Ländern noch erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Damit bleibt der negative Einfluss des Covid19 weiter im Fokus der Marktteilnehmer und belastet die Ölbörsen.

Marktlage
„Es ist ziemlich klar, dass Mitte letzter Woche insgesamt ein Konsens darüber bestand, dass [der negative Effekt des Covid19] einen vorübergehende Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben würde, und dass die Zentralbanken dies mit ihren Gegenmaßnahmen zumindest [in Teilen] ausgeglichen würden,“ so Analyst Michael McCarthy von CMC Markets in Sydney. „Aber wie wir gesehen haben, reagieren die europäischen und US Märkte am Freitagabend und dann am Wochenende auf weitere Nachrichten über die weltweite Verbreitung des Virus. Die Anleger stellen jetzt die Annahme über das Wirtschaftswachstum in Frage und dies belastet natürlich die Ölmärkte,“ so McCarthys Fazit.

Die Spekulation um zusätzliche freiwillige Kürzungen von Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinten Arabischen Emiraten hätten die Preise sicherlich stützen können, doch nach der Absage durch den saudischen Energieminister scheint ein solcher Alleingang wohl nicht zu kommen. Vor dem 6. März, wenn das Treffen der OPEC und OPEC+ Gruppe in Wien zu Ende ist, wird es wohl keine Kürzung geben.

Die Futures reagieren zum Wochenstart auf die neue Ausbreitungswelle in Italien mit starken Kursverlusten, da die Abriegelung einiger Gemeinden die wirtschaftliche Aktivität dort ausbremst. Zwar noch in geringem Umfang, doch die Maßnahmen lassen erahnen was passieren würde, sollte es auch in europäischen Metropolen zu einem Covid19 Ausbruch kommen.

Mit der staken Abwärtsbewegung zur Eröffnung ergeben sich logischer Weise auch bei den Inlandspreisen neue Abwärtspotenziale. Hier deuten sich rechnerisch stake Preisabschläge im Vergleich zu Freitag an.

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag:

Libyens GNA will vorerst nicht an Verhandlungstisch zurückkehren
BP unterbricht Produktion an ETAP-Plattform
US Sanktionen gegen Rosneft-Tochter
Libyens Förderung auf 123.000 B/T gefallen
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
= Saudischer Energieminister erteilt freiwilligen Zusatzkürzungen eine Absage
– Ansteckungswelle des Covid19 außerhalb Chinas
– China drosselt Raffinerieauslastung deutlich.
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute meist bewölkt bei 14° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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