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Ölpreise nach API-Bestandsdaten fester – Eindringliche Warnung vor zweiter Welle

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* Markt-News für Mittwoch den 01. Juli 2020 *

 

US-Ölbestandsveränderungen API
Während bei den landesweiten Rohölvorräten Abbauten gemeldet wurden, sanken auch die Bestände bei Destillaten und Benzin. Die Zahlen zu den US-Ölbestandsveränderungen des API in der Übersicht:

 

in Mio Barrel Rohöl Destillate Benzin Raffinerie Cushing
Erwartung: 30.06. -0,1 ±0,0 -1,3 +0,3%
API: 30.06. -8,2 -2,6 -2,5 +0,2

 

Experten hatten zwar mit Bestandsabbauten bei Rohöl gerechnet, doch der gemeldete Abbau ist ein Vielfaches von dem, was vorab erwartet wurde. Bei Rohöl liegt das allerdings vermutlich in erster Linie an geringeren Importen, nachdem die OPEC+ ihre Rohöl-Förderung und Exporte deutlich gesenkt hatte. Insbesondere Saudi-Arabien hatte seine Exporte im Juni drastisch reduziert, nachdem die Flut der Öltanker, die man im April während des Preiskampfes mit Russland losschickte, angekommen ist.

Bei den Produkten nahmen die Vorräte ebenfalls ab, was auf eine gute Nachfrage der Verbraucher hindeutet. Auch hier übertreffen die Abbauten die Erwartungen der Experten. In Kombination mit den Veränderungen bei Rohöl sind die Zahlen des API damit klar bullish zu interpretieren.

Trader warten nun auf die Daten des DOE, die heute Nachmittag um 16:30 Uhr veröffentlicht werden. Dann werden auch Zahlen zu Importen und Exporten, Rohölförderung und Nachfrage veröffentlicht, mit denen die Bestandsveränderungen besser einzuordnen sind. Sollte das DOE die Zahlen des API bestätigen, wäre dies aber ein „eindeutig bullishes Signal“, so Analyst Stephen Innes von AxiCorp.

Analysten heben Preisprognosen an
Eine Umfrage unter 12 Investmentbanken hat ergeben, dass diese bei Rohöl keine größeren Veränderungen vom aktuellen Preisniveau erwarten. Insgesamt geht man bei den Banken nun von einem Durchschnittspreis bei 42,08 Dollar für Brent im vierten Quartal aus, während man WTI bei 38,81 Dollar einschätzt. Dies entspricht in etwa den aktuellen Preisniveaus von 41,64 Dollar Brent und 39,69 Dollar WTI.

Für das Gesamtjahr 2020 gehen die Investmentbanken von einem Durchschnittspreis von 39,98 Dollar Brent und 36 Dollar WTI aus. Im nächsten Jahr rechnet man dann aber mit deutlich steigenden Preisen, sodass der Durchschnittspreis Brent dann bei 48,59 Dollar und WTI bei 45 Dollar gesehen wird.

In einer anderen Umfrage von Reuters, bei der 45 Ökonomen und Analysten befragt wurden, haben diese ihre Preisprognosen im Vergleich zum letzten Monat angehoben. Hatte man den Durchschnittspreis Brent 2020 zuvor noch bei 37,58 Dollar eingeschätzt, so sieht man die europäische Rohölsorte nun bei 40,41 Dollar. Die Prognose für den Durchschnittspreis WTI wurde von 32,78 auf 36,10 Dollar angehoben.

Die Experten begründen die Anpassung mit der Nachfrage, die sich im dritten Quartal moderat erholen soll und zum Jahresende bzw. in 2021 dann noch stärker zulegen wird. Allerdings könnte eine zweite Welle der Corona-Pandemie die Einschätzungen zur globale Wirtschaft und der Ölnachfrageerholung reduzieren, sollten die US Bundesstaten wieder strengere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus einführen.

Covid-19: Fauci warnt eindringlich vor Verschlechterung der Lage
Nachdem einige Länder ihre strengen Lockdowns gelockert haben, scheint sich das Virus vereinzelt wieder stärker auszubreiten. Nachdem Texas bereits Ende letzter Woche einige Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen wieder zurücknahm, folgten in dieser Woche weitere US Bundesstaaten. So hat nun auch Florida die Ausgangsbeschränkungen wieder angezogen. In Leicester, Großbritannien, wurde sogar wieder ein kompletter Lockdown ausgerufen, nachdem das Land die Maßnahmen erst vor einigen Wochen gelockert hatte.

Der Fokus der Marktteilnehmer liegt aber wohl auf der Entwicklung in den USA, wo es Anzeichen gibt, dass die zweite Welle voll im Gange ist. Für gestern wurden laut worldmeters.info 46.042 Neuinfektionen gemeldet, der zweithöchste Stand nach dem Rekord von 47.341 am vergangenen Freitag. Alaska, Arizona, Kalifornien, Georgia, Idaho, Oklahoma, South Carolina und Texas hatten gestern allesamt die höchste bisher gemessene Anzahl von Neuinfektionen gemeldet.

Der Experte für Infektionskrankheuten, Dr. Anthony Fauci, der auch das Weiße Haus berät, äußerte sich gestern vor einem Senats-Ausschuss sehr kritisch zur aktuellen Vorgehensweise der US-Regierung. „Wir haben nun mehr als 40.000 neue Fälle pro Tag. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Zahl auf 100.000 ansteigt“, wenn wir diese Entwicklung nicht umkehren können. „Ich bin nicht zufrieden mit dem was passiert, weil wir uns in die falsche Richtung bewegen, wenn man sich die Kurve der neuen Fälle ansieht. Wir müssen wirklich etwas dagegen unternehmen und wir müssen es schnell tun“, so Facui.

„Offensichtlich haben wir derzeit keine vollständige Kontrolle“, fügt Fauci an, der damit den Beteuerungen von US-Präsident Donald Trump wiederspricht. Auf die Frage wie stark das Virus wiederkommen wird antwortete Fauci: „Ich kann keine genaue Vorhersage treffen, aber es wird sehr beunruhigend sein, das werde ich Ihnen garantieren. Denn wenn Sie in einem Teil des Landes einen Ausbruch haben, sind auch andere Teile des Landes gefährdet, auch wenn es Ihnen momentan noch gut geht“, so Faucis Warnungen.

Marktlage
Die Ölnachfrage steigt mit den weltweiten Lockerungen der Lockdowns, während die OPEC+ Gruppe sich weiter streng an die Produktionsbeschränkungen zu halten scheint. Saudi-Arabien hat im Juni offenbar nur 5,7 Mio. B/T an Rohöl exportiert, nachdem es im Vormonat noch etwa 6,2 Mio. B/T waren. Das Land hat damit etwas mehr als 7 Supertanker weniger ausgeliefert.

Da auch die Konjunkturdaten in den letzten Wochen wieder positiver ausfielen, haben Experten ihre Preisprognosen wieder angehoben und blicken optimistischer in die Zukunft. Dies basiert aber natürlich darauf, dass die Pandemie unter Kontrolle bleibt und die Ölnachfrage sich weiter erholen wird. Und genau das ist das Problem. Die Einschätzungen der Entwicklung gehen sehr weit auseinander, sodass auch die Unsicherheit und damit die Volatilität sehr groß bleiben kann.

Vor allem der Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen in den USA sorgt für Unruhe. Noch gibt es nur begrenzte und lokal eingeschränkte Lockdowns. Die Anzahl der Neuinfektionen liegt nun aber schon deutlich über den Niveaus aus März und April, als die landesweiten Lockdowns etabliert wurden. Sollten die Einschränkungen im öffentlichen Leben wieder zunehmen, um zu verhindern, dass das Coronavirus außer Kontrolle gerät, dann würde auch die Erholung der Ölnachfrage negativ beeinflusst werden und die Ölpreise belasten. Dies gilt nicht nur für die USA, auch in andere Ländern können die globale Ölnachfrage wieder ausbremsen, sollten flächendeckende Lockdowns wieder eingeführt werden.

Zuletzt hatte man angenommen, dass die „Covid-19 Fälle sinken und die Wirtschaft entsprechend geöffnet wird. Diese Annahmen sind aber nicht länger gültig, nun da die täglichen Covid-19 Neuinfektionen mit über 40.000 neue Rekorde markieren“, so Analyst Bob Yawger, von Mizuho. Ähnlich sieht man es offenbar auch bei der niederländischen Großbank ING.

„Wir glauben noch immer, dass es aufgrund der hohen Lagerbestände, der anhaltenden Schwäche der Raffineriemargen und der Angst vor einer schweren, zweiten Welle von Covid-19 kurzfristig schwierig ist, einen deutlichen Preisanstieg zu rechtfertigen. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Markt auf dem aktuellen Niveau weiter konsolidieren wird. Die mittel- und langfristigen Preisaussichten bleiben konstruktiver. Das Angebotsdefizit wird voraussichtlich bis 2021 anhalten, vorausgesetzt, die OPEC+ hält an ihren Produktionskürzungen fest“, so die Analysten Warren Patterson und Wenyu Yao von der ING.

Die US Ölbestandsdaten des API sind ohne Frage bullish und auch die aktuelle Entwicklung der Wirtschaft, Nachfrage und Angebotskürzungen begünstigen steigende Preise. Doch mit den steigenden Fallzahlen der Covid-19 Infektionen und der damit verbundenen Sorge, dass neuerliche Lockdowns die Nachfrageerholung zurückwerfen könnten, bildet sich ein Spannungsfeld an den Ölbörsen, das für eine erhöhte Volatilität sorgen kann. Je nachdem, ob neue Lockdowns kommen oder nicht, kann eine starke Preisreaktion in die ein oder andere Richtung folgen. Einzelne Nachrichten könnten hier großen Einfluss haben.

Die fundamentale Konstellation schätzen wir daher weiter neutral ein. Nach dem Anstieg von ICE Gasoil in der Nacht deuten sich für das Inland heute Morgen aber zunächst einmal weitere moderate Preissteigerungen bei den Inlandspreisen an.

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

 US-Ölbestandsveränderungen API bullish
 US-Ölproduktion im April stark gesunken
OPEC Förderkürzungen zu 107% eingehalten
US-Ölbestände: Abbauten erwartet
Russische Söldner auf libyschen Ölfeldern
 Verkehrsdaten machen Hoffnung auf steigende Nachfrage
JMMC: Quoteneinhaltung OPEC+ Kürzungen bei 87%
= Libyen: Verhandlungen zum Restart der Ölanlagen
– Fauci warnt eindringlich vor zweiter Welle
–  Johan Sverdrup Ölexporte im August wieder auf Rekordniveau
–  Iran erlässt Haftbefehl gegen Trump
– Covid-19: Neue Rekordzahlen bei Neuinfektionen
–  Neue regionale Lockdowns in den USA
–  Erste US-Ölunternehmen fahren Produktion wieder hoch
–  IWF senkt Wachstumsprognosen
–  China: weniger Rohölimporte im dritten Quartal erwartet

 

Die Heizperiode ist zu Ende uns die Sommermonate rücken rasch näher. Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute sonnig bei 29° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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