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OPEC+ verschiebt Sondermeeting zur Produktionskürzung – Trump droht mit Zöllen

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* Markt-News für Montag den 06. April 2020 *

 

OPEC+ verschiebt Sondermeeting
Die Gruppe der ölproduzierenden Länder, die seit 2016 ihre Förderung gekürzt hatten, haben das für heute angesetzte Sondermeeting verschoben. Die OPEC+ Gemeinschaft hat noch weitere Länder wie die USA und Kanada zu dem virtuellen Treffen per Konferenzschalte eingeladen, das nun am Donnerstag stattfinden soll.

Ziel ist es weiter einen Konsens über eine Regulierung der globalen Produktionsmengen zu finden. Aus Kreisen der OPEC heißt es, Saudi-Arabien wäre bereit die eigene Fördermenge um 3 Mio. B/T auf unter 9 Mio. B/T zu reduzieren. Russland selbst solle dann 1,5 Mio. B/T kürzen und die übrigen Länder aus der Region des Persischen Golfes hätten noch einmal 1,5 Mio. B/T vom Markt zu nehmen. Von den übrigen großen Ölproduzenten, wie Kanada, USA und Brasilien verlange man eine Beteiligung in einer Größenordnung von 2 Mio. B/T. Der Rest der Kürzungen würde sich auf die kleineren Ölproduzenten der OPEC+ Gruppe verteilen. Bei dem Ziel 10 Mio. B/T vom Markt zu nehmen, wären dies weitere 2 Mio. B/T.

Am Markt heißt es aber auch, dass es noch keinen direkten Dialog zwischen Russland und Saudi-Arabien gebe. Am Freitag hatte Putin noch den Saudis die Schuld an der Lage in die Schuhe geschoben, da diese den Markt geflutet hätten. Der saudische Energieminister wies diese Schuldzuweisung als „komplett falsch“ zurück. Die beiden wichtigsten Parteien der OPEC+ Gruppe bleiben offenbar noch immer zerstritten.

Die Energieministerin der kanadischen Provinz Alberta, die in Kanada das mit Abstand meiste Rohöl fördert, sagte ihre Teilnahme am Meeting Donnerstag zu, auch wenn man nicht wisse, was die Konferenz bringen werde. Auch Norwegen zeigt sich offen für eine Kürzung der eigenen Ölförderung, die im Februar bei etwa 1,75 Mio. B/T gelegen haben soll. Russland macht für eine eigene Kürzung bisher die Beteiligung der US Produzenten als Voraussetzung. Man will verhindern, dass man die eigene Förderung reduziert, die Preise damit anhebt und die US Unternehmen ohne Kürzungen die Hauptprofiteure sind.

Trump: Drohung statt Kürzung
Am späten Freitag hatten sich die US Ölproduzenten mit Donald Trump zur Besprechung der Lage getroffen. Vor allem Russland verlangt für eine eigene Förderkürzung die Beteiligung der US Unternehmen. Texas selbst hatte schon die Bereitschaft für eine Regulierung der eigenen Fördermengen signalisiert. Auch Unternehmen wie Pioneer Natural Resources und Parsley Energy haben ein staatliches Eingreifen in den USA gefordert.

Anders allerdings die Lage bei den großen Konzernen. ExxonMobil und auch Chevron sollen eine Reduzierung der Fördermengen und Quoten ablehnen. Das Treffen zwischen den Unternehmen und Trump vom Freitag wurde dann übrigens auch ohne eine abschließende Erklärung durch den Präsidenten beendet. Ein Zeichen, dass man sich wohl nicht auf eine gemeinsame Linie und Kürzungen hatte einigen können.

Stattdessen bließ Trump am Wochenende wieder in ein anderes Horn. „Ich interessiere mich nicht für die OPEC,“ dies sei ein „Kartell“, dass er bereits sein gesamtes Leben ablehne, so Trump. „Wenn ich Zölle für Ölimporte erheben muss, oder wenn ich etwas anderes tun muss, um Tausende und Zehntausende von Arbeitern in der Energiebranche, sowie unsere großartigen Unternehmen, die all diese Arbeitsplätze schaffen, zu schützen, werde ich alles tun, was ich tun muss,“ so Trump.

Bereits zuvor hatte es in den USA die Idee zur Einführung von Zöllen oder ein (teilweises) Ölembargo für die OPEC sowie Sanktionen gegen Russland gegeben.

Marktlage
Eigentlich wollte die Saudi Aramco am Wochenende ihre neuen Verkaufspreise für Rohöllieferungen im Mai veröffentlichen. Dies habe man nun aber mindestens auf Donnerstag oder Freitag verschoben, da man zunächst das OPEC+ Sondermeeting abwarten wolle.

Dies ist als ein Zeichen des Entgegenkommens und der Deeskalation zu sehen. Eine weitere Preissenkung der Saudis im Vorfeld des Meetings hätte die Fronten sicherlich nicht gelockert. Allerdings sollte auch klar sein, dass die Saudis im Falle eines Scheiterns der Gespräche, deren Ziel eine großangelegte und umfangreiche Produktionskürzung ist, die Preise erneut senken dürften, was dem Preiskampf erneut anfachen würde.

Bevor es zu einer koordinierten Kürzung kommt, sind noch viele Fragen offen. Wer kürzt wie viel, wie werden die Kürzungen gemessen und wie kontrolliert?! Nach Plänen der Saudis soll Russland etwa 1,5 Mio. B/T kürzen, was ein Vielfaches der bisherigen Kürzungen wäre. Ob man dazu in Moskau bereit ist, sollte mindestens fraglich sein, zumal man jede Beteiligung bisher von einer Kürzung der US Unternehmen abhängig macht. Bleibt noch viel zu diskutieren, bis man eine koordinierte Kürzung von 10 Mio. B/T durchbringen kann.

Unterdessen gehen Experten davon aus, dass es der OPEC aber ohnehin nicht gelingen kann die Preise nachhaltig zu stützen. Bei Trafigura rechnete man zuletzt damit, dass die Ölnachfrage um bis zu 35 Mio. B/T sinken könnte (03.04.2020 Marktlage) und auch bei Goldman Sachs ging man von einem Einbruch um 26 bis 30 Mio. B/T aus. Auch bei der IEA sieht man das Vorhaben der OPEC+ Länder weiter sehr skeptisch.

Im April werde die Ölnachfrage durch den reduzierten Berufsverkehr, die wirtschaftliche Abschwächung sowie den Ausfall von Flügen um 20 Mio. B/T sinken. Selbst wenn die Ölproduzenten ihre Fördermengen um 10 Mio. B/T reduzieren würden, würde das die Ölbestände im zweiten Quartal wohl um durchschnittlich 15 Mio. B/T steigen lassen, so die Einschätzung des Chefs der IEA, Fatih Birol.

Die Aussicht auf ein OPEC+ Sondermeeting am Donnerstag und die Chance einer Produktionskürzung um 10 Mio. B/T verhindert zumindest weitere Wetten auf fallende Preise. Dies stabilisiert den Markt zunächst, auch wenn ein nachhaltiger starker Preisanstieg vermutlich nicht möglich ist. Ein Deal ist weiterhin fraglich und selbst wenn dieser kommt wird er die Überversorgung nur reduzieren. Für ein Ende der niedrigen Preise ist ein Ende der Corona-Krise und die Wiederaufnahme des öffentlichen Lebens, des Flug- und des Berufsverkehrs notwendig. Da man in den meisten Ländern allerdings erwartet, dass man den Peak der Pandemie noch nicht erreicht hat, steht dies noch nicht in Aussicht.

Short-Coverings können die Preise wie am Freitag und auch heute Morgen zwischenzeitlich dennoch erheblich stützen. Der Markt wird vermutlich sehr sensibel auf Meldungen zu einer möglichen Produktionskürzung reagieren und extrem volatil bleiben. Zwar gaben die Preise an ICE und NYMEX zur Eröffnung heute Morgen etwas nach, mittlerweile ziehen diese aber wieder an, sodass sich bei den rechnerischen Inlandspreisen momentan Preissteigerungen im Vergleich zu Freitag andeuten.

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

 Trump: Saudis und Russen wollen Ölproduktion massiv reduzieren
 Saudi-Arabien fordert Sondersitzung der OPEC+
Alberta offen für Kürzungen
USA wollen Lagerkapazitäten der strategischen Reserven vermieten
 US Schieferölproduzenten bitten um Produktionskürzung von 20%
Raffinerien in Europa und USA reduzieren ihre Auslastung
Texas prüft Einführung von Produktionsquoten
= OPEC+ Meeting auf Donnerstag verschoben
– IEA: OPEC+ kann Markt nicht kontrollieren
– Trump droht mit Zölle auf Ölimporte
– Saudi-Arabien steigert Produktion auf über 12 Mio. B/T
–  Irak hebt Produktion und Exporte um 0,2 Mio. B/T an
–  Goldman: Nachfragerückgang könnte 30 Mio. B/T betragen
– Weitreichende Reiseeinschränkungen in Europa und USA

 

Die Heizperiode neigt sich dem Ende zu, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute sonnig bei 23° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

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