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Preisrutsch in der Nacht

* Markt-News für Dienstag den 18. Februar 2020 *

 

Nach dem relativ ruhigen Wochenauftakt mit dem gestrigen US Presidents Day dürfte heute das Handelsinteresse zulegen. Nach der Zurückhaltung dürften die Trader etwas mutiger agieren, zumal auch gerade in den USA mehr Händler nach dem langen Wochenende aktiv sein dürften.

Vor der Küste Libyens sollen nun wieder europäische Kriegsschiffe patrouillieren um Waffenlieferungen in das Bürgerkriegsland zu unterbinden. Dort bleibt die Lage unverändert: Die Truppen von General Haftar blockieren Häfen und Pipelines, sodass Ölexporte sowie Ölförderung Libyens dramatisch gesunken sind.

Die libysche National Oil Corporation (NOC) gab die Ölproduktion für Montag mit 135.745 B/T an. Dies ist ein erneuter Rückgang um etwa 25% im Vergleich zu den 180.000 B/T, die noch vergangene Woche gemeldet wurden. Im Dezember hatte Libyen laut OPEC Monatsreport Januar rund 1,14 Mio. B/T gefördert. Für das Land ist der Rückgang ein Desaster.

Fayez Serraj, Premierminister der international anerkannten Regierung in Tripolis, beziffert die Einnahmeausfälle aktuell auf über 1,4 Mrd. Dollar. Mustafa Sanalla, Vorstandsvorsitzender der NOC warnt davor, dass die Förderung komplett eingestellt werden muss, sollte die Blockade nicht bald aufgehoben werden. Das Problem für Libyen sind die begrenzten Lagerkapazitäten, die durch die Behinderung der Exporte, die nun seit Mitte Januar andauern, allmählich voll sind.

Eine Lösung des Konflikts ist noch nicht in Sicht. Sollte dies allerdings doch noch gelingen und die Förderung wieder zulegen, wäre dies sicherlich ein stark bearisher Impuls für die Ölpreise. Die Förderanlagen sind weitestgehend unversehrt, sodass die Produktion in einer verhältnismäßig kurzen Zeit um knapp 1 Mio. B/T zulegen könnte. In Anbetracht des erwarteten Nachfrageausfalls durch den Coronavirus und der damit erwarteten Überversorgung in der ersten Jahreshälfte, würde solch eine Meldung sicher zu einer Verkaufswelle an den Ölbörsen führen.

Die Ausbreitung des Covid19 scheint unterdessen immer besser unter Kontrolle zu kommen. Die Zahl der Neuinfektionen nimmt weiter ab und auch die Zahl der Patienten steigt mittlerweile deutlich langsamer als noch vor wenigen Tagen. Doch noch ist die Spitze des Ausbruchs nicht erreicht und die Gefahr einer neuen Infektionswelle in China oder in einem anderen Land ist noch immer vorhanden.

Auch der wirtschaftliche Schaden ist bereits angerichtet. In China wurde viel Nachfrage vernichtet, da es weitreichende Einschränkungen für Reisen in und aus den betroffenen Regionen gibt und auch die Geschäftsaktivität durch Schließungen von Unternehmen und Produktionsanlagen reduziert ist.

Der Markt nimmt an, dass die Nachfrageausfälle temporär seien und die Nachfrage lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde, so Analyst Michael McCarthy, von CMC Markets. „Ich stimme dem nicht zu. Ich denke, die Zerstörung der Nachfrage wird deutlich höher sein, als es der Markt derzeit einpreist,“ so seine Warnung. Wie hoch die Ausfälle genau sind, wird sich erst in einiger Zeit bewerten lassen. Doch bei der Citigroup schätzen die Analysten den Ausfall aktuell auf 3,4 Mio. B/T im Februar und auf durchschnittlich 1,5 Mio. B/T im ersten Quartal. Das ist deutlich mehr als das Angebot in Libyen zurückgegangen ist, weshalb der Markt sich derzeit auch weniger um das Angebot als um die Nachfrage sorgt.

Bei der Commerzbank sieht man dies offenbar ähnlich. Die Ölpreise scheinen noch immun für die aktuell schlechten Nachrichten, wobei man auch hier auf den Einfluss des Coronavirus und die Unfähigkeit der OPEC+ Gruppe, sich auf eine Reaktion zu einigen, verweist. Derweil werfe auch das japanische Bruttoinlandsprodukt Sorgen auf. Dieses sei alarmierend schwach. Die Zahlen seien die schwächsten seit sechs Jahren und die Prognosen deuten darauf hin, dass das Land in diesem Quartal in eine Rezession komme. Japan ist nicht nur drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sondern gleichzeitig auch der drittgrößte Rohöl-Nettoimporteur.

Auch wenn der Covid19 Ausbruch besser kontrolliert und eingedämmt werden kann, so ist an den Ölbörsen eventuell noch Abwärtspotenzial vorhanden und die gesamte bearishe Wirkung noch nicht eingepreist. Dazu passt auch der Hinweis der Goldman Sachs Analysten von gestern. Die Analysten sehen Brent im Bereich der 53 Dollar und damit rund 4 Dollar unter dem aktuellen Niveau.

In den frühen Morgenstunden gaben die Ölpreise an ICE und NYMEX deutlich nach. Dabei belastete auch der schwache Start der Aktienmärkte in Asien. Gasoil fiel dabei unter das gestrige Tief, während Brent dieses noch nicht unterschritten hat. Damit deuten sich bei den rechnerischen Inlandspreisen heute Morgen ebenfalls Preissenkungen an.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

Libyens Förderung auf 136.000 B/T gefallen
Chinas Raffinerie nutzen günstige Preise für strategische Käufe
Marktteilnehmer rechnen mit Reaktion der OPEC+
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
= OPEC Monatsreport neutral
= EIA Monatsbericht
= OPEC+: Russische Ölunternehmen für Verlängerung der Kürzungen
– Produktionskürzung: Russland lässt OPEC+ weiter zappeln
– IEA Monatsreport bearish
– Restart der geteilten Ölfelder von Saudi-Arabien und Kuwait vorverlegt
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute meist bewölkt bei 7° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

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