19979
post-template-default,single,single-post,postid-19979,single-format-standard,theme-eden,cookies-not-set,eden-core-1.0.4,woocommerce-no-js,eden-theme-ver-3.0.7,ajax_fade,page_not_loaded,show_loading_animation,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Preissprung bei Heizöl: Hoffnung bei Coronavirus

* Markt-News für Mittwoch den 12. Februar 2020 *

 

Das API hat in der Nacht mit deutlichen Bestandsaufbauten bei Rohöl aufgewartet, die rund doppelt so hoch wie von den Experten erwartet ausfielen. Bei den Destillaten wurden zwar überraschende Abbauten gemeldet, allerdings sind diese Werte durch den milden Verlauf des Winters momentan weniger relevant. Von daher überwiegt wohl der Einfluss der Rohölaufbauten, weshalb wir das Zahlenwerk bearish einordnen.
 

in Mio Barrel Rohöl Destillate Benzin Raffinerie Cushing
Erwartung: 11.02. +2,9 -0,6 +0,8 -0,7%
API: 11.02. +6,0 -2,3 +1,1 +1,3

 

Am heutigen Nachmittag folgen um 16:30 Uhr die Daten des DOE, die neben den reinen Bestandsveränderungen auch Zahlen zu Nachfrage, Importen und Exporten sowie Rohölförderung beinhalten werden. Sollte das DOE die Daten des API bestätigen, dürfte auch dies bearish sein, allerdings ist die Wirkung auf die Preisniveaus wohl eher gering einzuschätzen, da sich die Marktteilnehmer aktuell vorwiegend auf die Entwicklungen rund um das Coronavirus fokussieren.

Die EIA hat in ihrem neuen Monatsreport die Einflüsse der Epidemie in China bereits mit aufgenommen und rechnet mit deutlichen Auswirkungen auf die Ölnachfrageentwicklung. Die bisherigen Prognosen für 2020 hat man noch einmal um -0,37 Mio. B/T nach unten angepasst, wobei man die Nachfrage für China lediglich um -0,15 Mio. B/T korrigiert hat. Offenbar sieht man bei der IEA auch noch andere Faktoren, die die Ölnachfrage schwächer als gedacht ausfallen lassen.

Der Bericht ist damit eigentlich bearish einzustufen, wobei auch anzumerken ist, dass man die Überversorgung in 2020 weniger deutlich als im letzten Monat sieht – trotz Coronavirus. Das Überangebot wird nun auf 230.000 B/T geschätzt, während es im Januar noch bei 260.000 B/T gesehen wurde. Dies liegt zum einen an den Ausfällen in Libyen, aber wohl auch daran, dass man letztlich mit einer Kürzung der OPEC+ Gruppe rechnet. Die Preisprognosen wurden zum Teil drastisch nach unten angepasst, wobei man das zweite Quartal noch niedriger als das erste einschätzt.

Brent und WTI notieren aktuell allerdings bereits unter den von der EIA prognostizierten Niveaus, sodass die Preise eigentlich wieder ein wenig anziehen müssten, sollte die EIA Recht behalten. Auch wenn die vorgenommenen Korrekturen an den Prognosen bearish sind, so hat der Markt dies offenbar bereits vorab eingepreist, weshalb von dem Monatsreport wohl keine nachhaltige Wirkung auf die unmittelbare Preisbildung ausgeht.

In Russland haben sich gestern Präsident Putin und Igor Sechin, CEO von Russlands größtem Ölförderer, Rosneft, getroffen. Die Inhalte des Meetings wurden zwar nicht öffentlich gemacht, es ist allerdings anzunehmen, dass man sich auch über die Auswirkungen des Coronavirus und eine mögliche Reaktion unterhalten hatte. Sechin gilt als ein Kritiker der OPEC+ Vereinbarungen, da er darin vor allem eine Stärkung der US Ölindustrie sieht, an die man Marktanteile abgebe. Heute soll in einer größeren Runde aus Vertretern der russischen Unternehmen und Energieminister Alexander Nowak getagt werden. Was dabei herauskommt ist nicht klar, doch scheint die Entscheidung gegen zusätzliche Kürzungen der OPEC+ Gruppe noch nicht endgültig zu sein.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat sich den neuesten Zahlen zu Folge deutlich verlangsamt. Die Neuinfektionsrate sank auf 4,8%. Dies ist nicht nur der mit Abstand niedrigste bisher beobachtete Wert, damit hat sich die Ansteckungsrate auch zum siebten Mal in Folge verlangsamt. Auch die Anzahl der Todesopfer nahm um nur noch 9,5% zu, was ebenfalls der bisher niedrigste beobachtete Wert ist.

Dies sorgt nun für Hoffnung an den Märkten, dass der Höhepunkt der Infektionen bald erreicht sein könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt aber davor, dass es auch noch unentdeckte Fälle geben könnte. Das Virus könnte sich noch einmal rasch verbreiten, da es oft einen milden Verlauf gibt und die Infizierten keinen Arzt aufsuchen. So könnten außerhalb Chinas noch einmal neue Epidemien entstehen. Auch die globale Lage könnte sich dann noch einmal verschlimmern. Aktuell überwiegt allerdings die Hoffnung, weshalb die Futures an ICE und NYMEX in den Morgenstunden einen Satz nach oben machten.

Die fundamentale Konstellation bleibt dennoch weiter volatil und neutral. Heute warten Marktteilnehmer auf den OPEC Monatsbericht, die US Ölbestandsdaten des DOE um 16:30 Uhr sowie auf Meldungen zu Russlands Haltung im Sachen zusätzliche Kürzungen. Dies kann den Märkten jeder Zeit starke Impulse geben, während die charttechnische Konstellation in den Morgenstunden mit Kaufsignalen stützt.

Damit sind die Notierungen an ICE und NYMEX mit einer kleinen Rallye in den Tag gestartet, was sich entsprechend auch auf die Inlandspreisniveaus auswirkt. Hier deuten sich aktuell moderate Preissteigerungen zum Vortag an.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

Coronavirus-Infektionsrate auf Tiefststand
Libyens Förderung auf 180.000 B/T gefallen
Marktteilnehmer rechnen mit Reaktion der OPEC+
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
= EIA Monatsbericht
= Russland: Meeting mit Ölkonzernen
– US Ölbestandsveränderungen API bearish
– OPEC+: Russland blockiert weitere Kürzungen
– Restart der geteilten Ölfelder von Saudi-Arabien und Kuwait vorverlegt
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute bewölkt bei 6° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

No Comments

Leave a Comment