20417
post-template-default,single,single-post,postid-20417,single-format-standard,theme-eden,cookies-not-set,eden-core-1.0.4,woocommerce-no-js,eden-theme-ver-3.0.7,ajax_fade,page_not_loaded,show_loading_animation,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Rohölsorte Brent nähert sich vor dem Wochenende der 50 Dollar-Marke

.

* Markt-News für Freitag den 28. Februar 2020 *

 

Saudi-Arabien hält zusätzliche Kürzung um 1 Mio. B/T für nötig
Das nächste Treffen der OPEC und ihrer Partner rückt immer näher und somit auch die Entscheidung über die weitere Produktionspolitik der Allianz. Hatte das technische Komité des Bündnisses vor einigen Wochen für das zweite Quartal noch zu einer Verschärfung der bisherigen Produktionskürzungen um 0,6 Mio. B/T geraten, so hält Saudi-Arabien nun einem Bericht der Financial Times zufolge angeblich eine zusätzliche Kürzung um 1 Mio. B/T für nötig, um die Auswirkungen des Covid19 Virus auf die Ölnachfrage auszugleichen.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Personen, die mit den Gesprächen über die Produktionspolitik der OPEC+ vertraut sind. Den Großteil der zusätzlichen Kürzungen will das Königreich wohl selbst tragen. Nach China wird Saudi-Arabien wohl bereits im März 500.000 B/T weniger Öl liefern als üblich, so eine Person die Einsicht in die Exportpläne der Saudi-Aramco hat.

Die Frage ist und bleibt, ob sich Russland auf zusätzliche Produktionskürzungen einlassen wird. Als es um die Vorverlegung des nächsten OPEC+ Treffens ging, hatte das Land mehr Zeit gefordert um die Auswirkungen der Covid19-Ausbreitung besser beurteilen zu können. Die zögerliche Haltung Russlands im Hinblick auf weitere Kürzungen hatte zuletzt immer wieder Spekulationen über einen Bruch des Produzentenbündnisses aufkommen lassen. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte jedoch am gestrigen Donnerstag er sei „sehr zufrieden“ mit dem Grad an Kooperation zwischen Russland und Saudi-Arabien, dem wichtigsten OPEC-Produzenten.  

Covid19: Moody’s rechnet mit weltweiter Rezession
Die Ratingagentur Moody’s rechnet für das erste Halbjahr weltweit und in den USA mit einer Rezession. Der Agentur zufolge habe sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Covid19-Ausbreitung zu einer Pandemie entwickle mittlerweile von 20 auf 40 Prozent verdoppelt. Die Erwartung, dass sich das Virus auf China eindämmen lasse, seien zu optimistisch gewesen.

Während es in China mittlerweile 327 Neuinfektionen und 44 neue Todesfälle gab, wurden in Neuseeland, Litauen und Nigeria nun erste Covid19-Fälle gemeldet. Da es sich beim ersten Patienten in Neuseeland laut dem dortigen Gesundheitsministerium um eine Person handeln soll, die erst vor kurzem aus dem Iran zurückgekehrt sei, verhängte das Land zuletzt ein Einreiseverbot für Reisende aus dem Iran. Unterdessen wurden in Deutschland die ersten Covid19-Fälle in Hamburg registriert.

In Südkorea stieg die Anzahl der Neuinfizierten ebenfalls weiter sprunghaft an. Zuletzt soll es 256 Neuinfizierte gegeben haben. Die Anzahl der Infektionen in Südkorea stieg somit insgesamt bis Freitag auf 2022.   

Marktlage
Die Ausbreitung des Covid19-Virus ließ WTI am gestrigen Donnerstag wieder bis knapp unter 46 Dollar sinken. Wenngleich die Abwärtsspirale bei den Ölpreisen die Wahrscheinlichkeit weiterer Produktionskürzungen seitens der OPEC+ steigen lässt, zweifeln viele Marktbeobachter bereits an der Wirkung einer solchen Maßnahme.

Das technische Komité der OPEC+ (JTC) hatte Mitte Februar als Gegenmaßnahme zu den Auswirkungen der Ausbreitung von Covid19 auf die Ölnachfrage eine Verlängerung der bisherigen Kürzungen bis Ende 2020 sowie eine Verschärfung der Kürzungen im zweiten Quartal um 0,6 Mio. B/T vorgeschlagen.

Bei der Investmentbank Jefferies geht man mittlerweile davon aus, dass das Produzentenbündnis die Förderung im zweiten Quartal mindestens um weitere 1 Mio. B/T kürzen müsste. Damit würde man jedoch gerade einmal den Bestandsaufbauten entgegenwirken. „[W]ir geben zu, dass wir die Nachfragezerstörung in den vergangenen Wochen unterschätzt haben,“ erklärt Jason Gammel die geschätzten notwendigen Kürzungen.

Recht pessimistisch sieht Howie Lee von der Oversea-Chinese Banking Corp. die Situation: „Egal welche Produktionskürzungen nächste Woche [bei dem OPEC+Treffen] herauskommen könnten, sie sind zu gering und zu spät.“ Wenn das Bündnis die Produktion um 1 Mio. B/T kürze, so könne das die Ölpreise zwar ein wenig stützen, aber alles was darunter liegt, werde den Markt enttäuschen, so Lee.     

Zwar scheint Saudi-Arabien bereits mit diesen Analysten konform zu gehen und eine zusätzliche Kürzung um 1 Mio. B/T für nötig zu halten. Russland könnte sich dem Wunsch des Königreichs jedoch entgegenstellen. OPEC-Generalsekretär Mohammad Barkindo geht insgesamt davon aus, dass die OPEC und ihre Partner auch weiterhin der Volatilität der Ölmärkte entgegentreten werden.

Allerdings ist Barkindo auch grundsätzlich zuversichtlich, dass sich die Preise bald wieder erholen dürften, schon allein, weil die jüngste Abwärtsbewegung eine „Überreaktion“ gewesen sei, bei der Anlagen aus dem Energiebereich allgemein zu niedrig bepreist worden seien.

Die Ölfutures an ICE und NYMEX geben heute Morgen nichtsdestotrotz erneut nach, während der EUR/USD im Bereich des Hochs von Donnerstag bleibt. Dadurch deutet unser Preis-Index bei den rechnerischen Inlandspreisen erneut Abwärtspotenzial im Vergleich zu gestern an.

 

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag:

 

Saudi-Arabien will angeblich zusätzliche Kürzungen von 1 Mio. B/T
US Ölbestandsveränderungen DOE
Libyens GNA will vorerst nicht an Verhandlungstisch zurückkehren
BP unterbricht Produktion an ETAP-Plattform
Libyens Förderung auf 122.430 B/T gefallen
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
–  Moody’s geht für 1. Halbjahr von Rezession aus
–  CDC warnt vor stärkerer Ausbreitung von Covid19 in den USA
– Ansteckungswelle des Covid19 außerhalb Chinas
– China drosselt Raffinerieauslastung deutlich
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute teilweise bewölkt bei 8° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

No Comments

Leave a Comment