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Saudis steigern Ölproduktion – Russland blockiert OPEC+ Sondermeeting

* Markt-News für Montag den 10. Februar 2020 *

 

Gestern startete eine erneute Libyen-Konferenz, um die politisch angespannte Lage in dem Land zu verbessern und so letztlich auch für einen Anstieg der Ölproduktion zu sorgen. Die Gespräche finden in Kairo statt, während die Ölförderung Libyens weiter gefallen ist. Diese sank nun auf 180.000 B/T, nachdem sie im Dezember laut OPEC Monatsreport noch bei 1,14 Mio. B/T gelegen hatte. Zuletzt war die Förderung nur während des Bürgerkrieges in 2011 auf noch niedrigerem Niveau, als die Produktion von 1,6 auf 45.000 B/T fiel.

Sollte das Meeting in Ägypten zu einer Lösung kommen, oder zumindest zu einer Entspannung der Lage, könnte die Ölproduktion binnen weniger Tage rasant zulegen. Die Ölanlagen des Landes sind durch die jüngsten Auseinandersetzungen nicht beschädigt worden. Die Ausfälle werden durch die Blockade der Exporthäfen und einiger wichtiger Pipelines verursacht, weshalb ein Restart kein Problem darstellen dürfte.

Im Grenzgebiet zwischen Saudi-Arabien und Kuwait soll heute der Betrieb an den abgeschalteten Ölfeldern aufgenommen werden. Beide Länder hatten Ende Dezember eine Einigung für den Restart getroffen, der im März erfolgen sollte. Den Auftakt mit einer Testförderung hatte man für Ende Februar angepeilt. Doch nun beginnt man schon gute 2 Wochen vor dem Termin mit einer Inbetriebnahme der Ölförderung.

Die Freigabe zum Restart erfolgte am späten Freitagabend, nach FS Redaktionsschluss, just nachdem Russland die vom Joint Technical Committee (JTC) empfohlene zusätzliche Produktionskürzung um 0,6 Mio. B/T sowie das Sondermeeting der OPEC+ Gruppe ablehnte. Über einen möglichen Zusammenhang wird zumindest spekuliert, denn weder vom kuwaitischen noch vom saudischen Ölministerium gibt es hierzu bisher eine Stellungnahme.

Während sich das Coronavirus weiter ausbreitet bleibt die OPEC+ Vereinigung weiterhin tatenlos. Letzte Woche hatte man gedacht, dass Russland seine Blockade für weitere Kürzungen am Wochenende eventuell aufgeben wird, nachdem man sich in der Regierung noch einmal berät, dem ist anscheinend aber nicht so. Ein Statement blieb zumindest aus, und so bleibt es bei den aktuellen Kürzungsvorgaben der Gruppe von 1,7 Mio. B/T.

Der aserbaidschanische Ölminister, Parviz Shahbazov, hält ein vorgezogenes Meeting nun für unwahrscheinlich, während man mit den Planungen für das Treffen Anfang März fortfahre. Sein algerischer Amtkollege, Mohammed Arkab, glaubt, dass die Gruppe ihre aktuelle Förderkürzungen bis Jahresende verlängern werde, was vermutlich den Minimalkonsens darstellen dürfte, der die Marktteilnehmer aber wohl enttäuschen wird.

Der US Energieminister, Dan Brouillette, bezeichnet den Einfluss des Coronavirus auf den Ölmarkt als „marginal“. Der Virusausbruch habe keinen „dramatischen Effekt“, so der Minister. Die Zahlen aus China lassen aber etwas anderes vermuten. Die Raffinerien haben ihre Verarbeitung von Rohöl bereits um 15% gesenkt und annonyme interne Informanten geben an, dass das Land insgesamt 20% weniger Öl verbraucht. Dies entspricht etwa 3 Mio. B/T, was aktuell zu einer deutlichen Überversorgung führt, auch wenn die Produktion in Libyen um 1 Mio. B/T eingebrochen ist.

Dies ist auch der Grund, warum viele Analysten weiterhin daran glauben, dass die OPEC+ um eine Produktionskürzung nicht umhin kommen wird. Auch wenn Russland dem bisher nicht zugestimmt hatte, so geht Analyst Edward Moya, von Oanda, weiter fest von einer Maßnahme aus. Die Vereinigung habe allerdings viel an Dynamik verloren, die eine Entscheidung in der letzten Woche noch gehabt hätte. Bis sich die chinesische Industrie wieder normalisiere werde man daher einen bearishen Ausblick für die Ölpreise behalten, so Moyas Fazit.

Bei Sanford C. Bernstein geht man davon aus, dass die OPEC+ Gruppe die Förderung um 0,5 Mio. B/T zusätzlich wird kürzen müssen, will man den Markt zurück ins Gleichgewicht bringen. Ed Morse, von der Citigroup, hingegen glaubt, dass selbst die vom JTC vorgeschlagene Kürzung um 0,6 Mio. B/T nicht ausreichend sein werden. Die Epidemie könnte den Preis für Brent noch auf 47 Dollar drücken, so Morse. Aktuell notiert Brent knapp unter der 55 Dollar Marke.

Sollte es zu einer Einigung im innerpolitischen Konflikt in Libyen kommen, wäre das „sicherlich ein schlechtes Timing“, so Paul Horsnell von Standard Chartered. Gäbe es eine Meldung über die Steigerung der libyschen Ölförderung, „würde dies dem Markt wahrscheinlich einen Schlag versetzen,“ so der Hinweis von Horsnell.

Die fundamentale Konstellation wird von uns heute Morgen damit auch leicht bearish eingestuft. Ohne eine Gegenmaßnahme der OPEC+ Gruppe wird der Markt weiter stark überversorgt sein und die Preise somit belasten. Gleichzeitig besteht in Libyen zumindest das „Risiko“, dass die Ölförderung wieder steigt. Entsprechend hatten die Futures in der Nacht auch die Freitagstiefs deutlich unterschritten, können sich von den Tiefs jedoch wieder erholen. Die Notierungen bleiben dennoch unter den Niveaus vom Freitag sodass sich bei den Inlandspreisen heute Morgen rechnerische Abwärtspotenziale andeuten.

 

Preisbestimmende Faktoren:

 

Libyens Förderung auf 180.000 B/T gefallen
OPEC+ kann sich nicht auf Kürzungen einigen
Marktteilnehmer rechnen mit Reaktion der OPEC+
Iran reichert Uran in unbegrenztem Umfang an
= Libyen-Konferenz in Kairo
– OPEC+: Russland blockiert weitere Kürzungen
– Restart der geteilten Ölfelder von Saudi-Arabien und Kuwait vorverlegt
– Coronavirus: Infektionsrate deutlich gesunken
– Analysten senken Prognosen für Wirtschaftswachstum, Ölnachfrage und Ölpreise
– Coronavirus: Unternehmen in China bleiben länger geschlossen
– EU verlängert Streitschlichtung mit Iran

 

Die Heizperiode für den Winter ist in vollem Gange, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute sonnig bei 8° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

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