20723
post-template-default,single,single-post,postid-20723,single-format-standard,theme-eden,cookies-not-set,eden-core-1.0.4,woocommerce-no-js,eden-theme-ver-3.0.7,ajax_fade,page_not_loaded,show_loading_animation,wpb-js-composer js-comp-ver-5.7,vc_responsive

Schwindende Lagerkapazitäten setzen OPEC+ unter Druck

.

* Markt-News für Dienstag den 07. April 2020 *

 

OPEC+: Schwindende Lagerkapazitäten könnten Deal ermöglichen
Das eigentlich für gestern angesetzte Meeting der OPEC+ Gemeinschaft wird am Donnerstag stattfinden. Im Vorfeld wird es – wie bei solchen Events üblich – umfangreiche Diskussionen zwischen den einzelnen Produzenten geben. Ganz oben auf der Liste dürften die noch verbliebenen Lagerkapazitäten sein, die zusehends schwinden. Dies erhöht den Druck auf die Ölproduzenten und könnte letztlich der entscheidende Faktor sein, dass die Länder ein Abkommen schließen.

Lagerkapazitäten sind normaler Weise ein logistisches Mittel. In der jetzigen Zeit sind diese allerdings extrem kostbar und werden zum Teil bereits wie ein Rohstoff gehandelt. In Marokko sollen Trader Interesse an einer Raffinerie haben, die bei der Ölpreiskrise nach 2014 Pleite ging. Die Anlage soll Lagerkapazitäten von rund 10 Mio. B/T besitzen. Und auch in der Karibik werden vermehrt Lager auf Inseln wie St. Lucia und Curaçao aufgefüllt, die sonst nicht besonders gefragt sind.

Vieler Orts werden Rohöl und Ölprodukte auch auf Tankern eingelagert. So sollen in der Nähe von Malta 23 Tanker vor Anker liegen. Trader suchen schon nach ausrangierten Schiffen, die eigentlich verschrottet werden sollen, um diese als schwimmende Läger zu nutzen. Diese Entwicklung ist für die Ölproduzenten besorgniserregend, denn sind die Lager irgendwann voll, ist niemand mehr in der Lage ist die Ware zu kaufen, schlicht weil es keine Möglichkeit gibt, wo man das Öl noch hinbringen könnte. Die Folge: der Preis für Rohöl würde massiv einbrechen.

Saudi-Arabien hatte schon früh reagiert und Lagerkapazitäten in Ägypten an der Sumed-Pipeline gebucht. Dort wird mittlerweile 3-mal so viel Öl gelagert wie Anfang 2019. Ende März sollen die Lagerkapazitäten bereits zu 70% ausgelastet gewesen sein. Die Saudis haben zudem noch eigene Lagermöglichkeiten die laut IHS Markit etwa 18 Tage der eigenen Produktionsmenge aufnehmen können. Russland hingegen soll nur Platz für 8 Tage haben. Dessen dürften sich alle Beteiligten bewusst sein, die allesamt zu den Verlieren gehören, sollte das Worst-Case-Szenario eintreten und die globalen Lagerkapazitäten irgendwann am Limit sein.

Aus diesem Gesichtspunkt ist eine Einigung der Ölproduzenten am Donnerstag wahrscheinlicher als eine keine Einigung, selbst wenn die Kürzungen geringer als notwendig ausfallen als man benötigen würde um die Überversorgung vom Markt zu nehmen. Den Ölproduzenten wird es darum gehen den Worst-Case so lange wie möglich hinauszuzögern und darauf zu hoffen, dass die Ölnachfrage früh genug zunimmt, bevor alle Lagermöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Trump lehnt US Produktionskürzungen ab
Eine Forderung aus der OPEC+ Gruppe für eine eigene Produktionskürzung ist die Beteiligung anderer Länder, insbesondere der USA. Vor allem Moskau will nicht wieder die eigene Förderung kürzen, sodass dann US Produzenten von der Preissteigerung profitieren. US Präsident Trump denkt offenbar aber nicht an eine vorgeschriebene Begrenzung der US Fördermengen.

„Ich denke Kürzungen werden automatisch kommen, wenn man an den freien Markt glaubt,“ so Trump. Es sei eine Frage von Angebot und Nachfrage die dazu führen werden, dass Kürzungen von selbst kommen werden. Dabei bezieht sich Trump auf die sich zunehmend füllenden Läger. Sind die Kapazitäten erschöpft müssen die Produzenten von alleine ihre Förderung einstellen, wobei dabei auch Insolvenzen in der Branche riskiert werden.

Zudem seien die USA auch noch nicht gefragt worden, ob man sich an einer Maßnahme beteiligen werde. „Niemand hat mich gefragt. Wenn sie mich fragen, werde ich eine Entscheidung treffen,“ so Trump.

US Ölbestände gestiegen
Glaubt man den aktuellen Zahlen des US Dienstleistern Genscape, so sind die Rohölvorräte in Cushing, Oklahoma, in der letzten Woche um 5,8 Mio. Barrel gestiegen. Sollten die offiziellen Zahlen des DOE dies am Mittwoch bestätigen, dann wäre dies nicht nur der fünfte Anstieg in Folge sondern auch der stärkste Anstieg seit 2014.

Auch die landesweiten Bestände dürften in der vergangenen Woche bei den Produkten sowie Rohöl zugenommen haben. Während die Nachfrage nach Treibstoffen durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sinkt, haben auch die Raffinerien weniger Öl verbraucht.

Marktlage
Es gibt begründete Skepsis, dass die ölproduzierenden Länder in dieser Woche Einigkeit, bei dem Vorhaben eine gemeinsame Produktionskürzung zu beschließen, erreichen. Viele Staaten sollen sich beteiligen, die geplante Kürzung von 10 oder gar 15 Mio. B/T sind massiv, was die Frage ‚wer wie viel reduzieren muss‘ nicht einfacher macht.

Gespannt sein darf man auch auf das G-20 Sondertreffen am Freitag, dass nach dem OPEC+ Meeting vom Donnerstag stattfinden soll. Bei dem von Saudi-Arabien organisierten Energiegipfel wird die OPEC+ Gruppe vermutlich ihre Entscheidung vom Vortag vorstellen und eine Beteiligung der G-20 an Produktionskürzungen einfordern.

Ein starker Anreiz sich auf Produktionskürzungen zu einigen dürften die zunehmend ausgelasteten Lagerbestände auf der ganzen Welt sein. „Ich denke, diesmal besteht eine Chance von mehr als 50%, dass die OPEC+ eine Kürzung liefert,“ so beispielsweise Analystin Vandana Hari, von Vanda Insights. Wahrscheinlich werden es bis zu 10 Mio. B/T sein, und obwohl dies nicht den gesamten Nachfrageverlust ausgleichen kann, könnte es Brent über die 40 Dollar-Marke treiben, so ihre Einschätzung.

Einen Hoffnungsschimmer bezüglich der Ölnachfrage kommt unterdessen aus China, dem größten Ölimporteur der Welt. Die Raffinerien könnten in diesem Monat ihre Verarbeitung wieder in etwa auf das Durchschnittsniveau von letztem Jahr zu diesem Zeitpunkt anheben, sodass in Asien wieder mehr Rohöl nachgefragt wird. Auch in Österreich macht man sich erste Gedanken zu einem Restart der Wirtschaft, während die Nachfrage in den USA vermutlich noch weiter sinken wird, bevor sich die Lage dort verbessert.

Der Markt wird sehr sensibel auf die Nachrichten rund um die möglichen Kürzungen der OPEC+ reagieren. Trader, die an einen Deal glauben, werden Abwärtsbewegungen für Käufe nutzen, sodass die Preise stabilisiert werden dürften. Ein Scheitern der Verhandlungen würde die Preise massiv einbrechen lassen, wobei eine Kürzung, je nach Menge, die Preise deutlich stützen kann. Zudem wartet man heute noch auf den neuen EIA Monatsreport, der heute am späten Abend veröffentlicht wird.

Die Futures an der ICE ziehen in den Morgenstunden etwas an und steigen damit über die Niveaus von gestern Nachmittag. Für das Inland deuten sich daher momentan rechnerische Aufwärtspotenziale für die Vormittagspreise an.

 

Preisbestimmende Faktoren für den heutigen Tag: 

 

OPEC+ Treffen wird von G-20 Energiegipfel begleitet
 Trump: Saudis und Russen wollen Ölproduktion massiv reduzieren
 Saudi-Arabien fordert Sondersitzung der OPEC+
Alberta offen für Kürzungen
USA wollen Lagerkapazitäten der strategischen Reserven vermieten
 US Schieferölproduzenten bitten um Produktionskürzung von 20%
Raffinerien in Europa und USA reduzieren ihre Auslastung
Texas prüft Einführung von Produktionsquoten
= OPEC+ Meeting auf Donnerstag verschoben
– Trump: freier Markt wird Produktion automatisch regulieren
– Genscape: starker Anstieg der Bestände in Cushing
– IEA: OPEC+ kann Markt nicht kontrollieren
– Trump droht mit Zölle auf Ölimporte
– Saudi-Arabien steigert Produktion auf über 12 Mio. B/T
–  Irak hebt Produktion und Exporte um 0,2 Mio. B/T an
–  Goldman: Nachfragerückgang könnte 30 Mio. B/T betragen
– Weitreichende Reiseeinschränkungen in Europa und USA

 

Die Heizperiode neigt sich dem Ende zu, Ihr Heizöl Vorrat könnte niedriger sein als Sie erwarten. Das Wetter für die Region Südpfalz ist für heute sonnig bei 23° Grad Höchsttemperatur gemeldet. Gehen Sie doch mal in Ihren Keller und prüfen Sie gleich Ihren Heizöl Vorrat. Bei Bedarf würden wir uns über Ihre Anfrage freuen.

-> Hier geht es zur Preisanfrage

No Comments

Leave a Comment